Microsoft hat den bereits seit Wochen kursierenden Gerüchten ein Ende gesetzt und umfassende Einschnitte innerhalb der Xbox-Sparte bestätigt. Im Rahmen eines groß angelegten Umbaus sollen bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rund 3.200 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Teil der Entlassungen erfolgt bereits jetzt, zudem trennt sich Microsoft von mehreren Entwicklerstudios.
Wie aus einem Bericht von The Verge hervorgeht, betrifft die erste Entlassungswelle rund 8 Prozent der Xbox-Belegschaft. Insgesamt sollen im Laufe des Geschäftsjahres etwa 20 Prozent der Stellen innerhalb der Xbox-Division abgebaut werden. Nach Angaben von Xbox-CEO Asha Sharma verlieren zunächst rund 1.600 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, während die Gesamtzahl der Stellenstreichungen bis zum Jahresende auf etwa 3.200 anwachsen soll.
Auch strukturell stellt Microsoft seine Gaming-Sparte neu auf. Compulsion Games und Double Fine Productions werden aus dem Xbox-Verbund ausgegliedert und künftig wieder als unabhängige Studios agieren. Beide Teams erhalten ihre Markenrechte, ihren Spielekatalog sowie finanzielle Mittel, um an ihren nächsten Projekten weiterzuarbeiten.
Für Ninja Theory und Undead Labs verfolgt Microsoft einen anderen Weg. Beide Studios befinden sich laut Unternehmensangaben in Verhandlungen über einen Eigentümerwechsel. Ziel sei es, neue Investoren zu finden, die die Entwicklung von Senua sowie State of Decay 3 langfristig finanzieren und fortführen.
Auch bei Arkane stehen Veränderungen bevor. Die französische Studioleitung hat den gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsprozess mit dem Betriebsrat eingeleitet, um verschiedene strategische Optionen zu prüfen. Konkrete Entscheidungen wurden hierzu bislang nicht bekannt gegeben.
In einem internen Schreiben erklärte Microsoft-Personalchefin Amy Coleman, dass Stellenabbau stets die letzte Option sei. Das Unternehmen versuche nach Möglichkeit, betroffene Mitarbeiter intern auf andere Positionen zu versetzen. Nach ihren Angaben konnten innerhalb des vergangenen Jahres mehr als 4.000 Beschäftigte neue Aufgaben innerhalb des Konzerns übernehmen, darunter rund 500 Mitarbeiter allein im vergangenen Monat.
Mit den Maßnahmen reagiert Microsoft auf die wirtschaftliche Entwicklung der Xbox-Sparte und möchte das Gaming-Geschäft nach mehreren schwierigen Jahren neu ausrichten.

