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Home Review Games Review
Transport Fever 3 – Release für 2026 mit fetten Neuerungen angekündigt

© Urban Games

Transport Fever 3 – Review (PC)

by Paul Motek
19. Oktober 2026
in Games Review, Review
© Urban Games

Wie schwer kann es schon sein, zwei Städte mit einer Bahnstrecke zu verbinden? Wir bauen ein paar Gleise, kaufen einen Zug und schon rollen die ersten Fahrgäste. Doch was zunächst nach einer einfachen Aufgabe klingt, entwickelt sich schnell zu einem komplexen Wirtschaftskreislauf. Plötzlich fehlen einer Fabrik die Rohstoffe, eine Stadt benötigt zusätzliche Waren und unsere bisher profitable Buslinie verursacht mehr Kosten als Einnahmen. Mit Transport Fever 3 schickt uns das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games erneut in die Welt der Verkehrsplanung. Der dritte Teil bringt zahlreiche Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger, deutlich umfangreichere Wirtschaftssysteme, neue Transportmöglichkeiten und eine lebendigere Spielwelt mit sich. Doch gelingt es dem Entwickler, die zunehmende Komplexität mit einer zugänglichen Bedienung zu verbinden?

Eine Reise durch mehr als 100 Jahre Verkehrsgeschichte

Mit Transport Fever 3 setzt Urban Games seine Wirtschaftssimulationsreihe fort, deren zweiter Teil bereits 2019 erschienen ist. Anders als bei klassischen Städtebausimulationen wie Cities: Skylines übernehmen wir allerdings nicht die vollständige Verwaltung einer Stadt. Statt Wohngebiete auszuweisen, Stromnetze zu errichten oder öffentliche Einrichtungen zu bauen, konzentrieren wir uns auf den Personen- und Güterverkehr. Unsere Aufgabe besteht darin, Städte, Industriebetriebe und Produktionsstätten miteinander zu verbinden und durch eine funktionierende Infrastruktur das wirtschaftliche Wachstum ganzer Regionen zu ermöglichen.

© Urban Games

Dabei begleitet uns Transport Fever 3 durch mehr als ein Jahrhundert Verkehrsgeschichte. Wir können unsere ersten Unternehmen bereits im Jahr 1900 gründen und anschließend die Entwicklung moderner Transportmittel bis ins Jahr 2030 verfolgen. Während zu Beginn vor allem einfache Straßenfahrzeuge und Dampflokomotiven zum Einsatz kommen, stehen uns im weiteren Verlauf immer modernere Verkehrsmittel zur Verfügung. Dieser technische Fortschritt verändert nicht nur das Aussehen unserer Transportnetze, sondern stellt uns regelmäßig vor neue wirtschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen.

Eine klassische, zusammenhängende Handlung gibt es erwartungsgemäß nicht. Stattdessen bietet Transport Fever 3 eine Kampagne mit acht historischen Szenarien, die uns an unterschiedliche Orte und in verschiedene Epochen der Verkehrsgeschichte führen. Dabei greifen die Entwickler reale Ereignisse und historische Schauplätze auf, um daraus eigenständige Transportaufgaben zu entwickeln. Unter anderem verschlägt es uns nach New Orleans zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in die italienischen Alpen, nach Jordanien und in die Vereinigten Staaten zur Zeit des Woodstock-Festivals. Auch Norwegen, die Philippinen, Australien und Japan gehören zu den Schauplätzen.

Die einzelnen Missionen erzählen kleinere Geschichten, die eng mit den jeweiligen Transportaufgaben verbunden sind. Historische Hintergründe werden bereits während der Ladebildschirme erläutert, während unterschiedliche Charaktere uns anschließend durch die Szenarien begleiten. Die Dialoge sind teilweise humorvoll gestaltet und lockern die ansonsten recht sachlichen Aufgaben etwas auf. Allerdings fällt die Inszenierung nicht immer überzeugend aus. Manche Gespräche wirken etwas albern und die Charaktere stellenweise überzeichnet. Dennoch sorgt die historische Einbettung dafür, dass sich die einzelnen Missionen stärker voneinander unterscheiden.

Insgesamt umfasst die Kampagne acht zunehmend anspruchsvolle Missionen, für die wir ungefähr zehn bis fünfzehn Stunden einplanen können. Jede Mission besitzt mehrere Ziele, deren Erfüllung mit bis zu drei Sternen bewertet wird. Zusätzliche Herausforderungen bieten weitere Anreize, sich intensiver mit den jeweiligen Szenarien zu beschäftigen. Während die ersten Aufgaben hauptsächlich als Einführung dienen, verlangen spätere Missionen deutlich mehr Planung und ein besseres Verständnis der verschiedenen Wirtschaftssysteme.

© Urban Games

Allerdings verfolgt die Kampagne einen vergleichsweise linearen Aufbau. Bestimmte Aufgaben müssen in einer festgelegten Reihenfolge abgeschlossen werden, wodurch unsere Entscheidungsfreiheit teilweise eingeschränkt wird. Problematisch kann dies werden, wenn wir versehentlich eine falsche Aktion ausführen und dadurch eine vorgeschriebene Aufgabe nicht mehr abschließen können. In solchen Situationen bleibt unter Umständen nur das Laden eines früheren Spielstands. Gerade bei einer Simulation, die ansonsten viel Wert auf individuelle Lösungswege legt, hätten wir uns hier etwas mehr Flexibilität gewünscht.

Das eigentliche Herzstück von Transport Fever 3 bildet deshalb der freie Spielmodus. Hier können wir unsere eigene Transportgesellschaft aufbauen, ohne uns an vorgegebene Missionsziele halten zu müssen. Vor dem Spielstart bestimmen wir unter anderem die Kartengröße, die Landschaft, das Klima, die Anzahl der Städte und Industriebetriebe sowie das Startjahr. Insgesamt stehen vier Klimazonen zur Auswahl, darunter erstmals auch eine arktische Umgebung. Die prozedural generierten Karten sorgen dafür, dass sich unsere Ausgangssituation bei jedem neuen Spiel unterscheiden kann.

Neben dem regulären Tycoon-Modus gibt es außerdem einen Sandbox-Modus, in dem wir mit unbegrenzten finanziellen Mitteln und weitreichenden Freiheiten experimentieren können. Ein umfangreiches Tutorial erleichtert den Einstieg zusätzlich. Damit richtet sich Transport Fever 3 sowohl an erfahrene Fans der Reihe als auch an Neueinsteiger, die sich zunächst mit den Grundlagen der Transportwirtschaft vertraut machen möchten. Gerade die Kombination aus historischer Kampagne und freiem Spiel sorgt dafür, dass wir uns entweder gezielt bestimmten Herausforderungen widmen oder über viele Stunden hinweg unser eigenes Transportunternehmen entwickeln können.

Von der ersten Buslinie zum internationalen Transportimperium

© Urban Games

Das grundlegende Spielprinzip von Transport Fever 3 ist schnell erklärt: Wir verbinden Städte und Industriebetriebe, transportieren Passagiere und Waren und versuchen dabei, ein möglichst profitables Unternehmen aufzubauen. Die eigentliche Herausforderung entsteht allerdings durch die zahlreichen Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Was zunächst mit einer einfachen Straßenverbindung beginnt, kann sich innerhalb weniger Spielstunden zu einem weitverzweigten Transportnetz entwickeln.

Zu Beginn einer freien Partie legen wir zunächst den Standort unserer Firmenzentrale fest und kümmern uns um die Finanzierung. Dafür stehen unterschiedliche Kredite zur Verfügung, die sich hinsichtlich ihrer Höhe, Zinsen und Rückzahlungsfristen unterscheiden. Anschließend müssen wir entscheiden, welche Transportverbindungen wirtschaftlich sinnvoll erscheinen. Dabei sollten wir nicht nur die Baukosten berücksichtigen, sondern auch die späteren Ausgaben für Fahrzeuge, Wartung und den laufenden Betrieb. Eine schlecht geplante Verbindung kann unsere anfänglichen finanziellen Mittel schließlich schneller aufbrauchen, als uns lieb ist.

Ein typischer Einstieg besteht beispielsweise darin, eine Buslinie zwischen zwei Ortschaften einzurichten oder landwirtschaftliche Produkte von einem Bauernhof in eine nahegelegene Stadt zu transportieren. Sobald die ersten Einnahmen fließen, können wir weitere Verbindungen erschließen. Allerdings benötigen viele Industriebetriebe bestimmte Rohstoffe, bevor sie ihre Waren produzieren können. Möchten wir beispielsweise eine Stadt mit Treibstoff versorgen, müssen wir zunächst eine Raffinerie beliefern, die wiederum auf eine zuverlässige Versorgung mit Erdöl angewiesen ist.

Dadurch entstehen zunehmend komplexe Produktionsketten, bei denen unterschiedliche Transportmittel miteinander kombiniert werden müssen. Während Lastwagen kurze Strecken übernehmen, können Güterzüge größere Warenmengen über längere Entfernungen befördern. Schiffe erschließen wiederum Industriegebiete an Küsten und Gewässern. Hinzu kommen Flugzeuge und erstmals auch Hubschrauber, die unsere Möglichkeiten im Personen- und Güterverkehr erweitern. Selbst Offshore-Industrien spielen inzwischen eine Rolle. Gerade diese Vielfalt macht einen großen Teil des Spielspaßes aus, da wir für jede Transportaufgabe eine möglichst effiziente Lösung finden müssen.

Besonders umfangreich fällt das Wirtschaftssystem aus. Transport Fever 3 bietet mehr als 35 unterschiedliche Industriezweige und über 40 Güterarten. Dabei genügt es nicht mehr, Waren einfach nur von einem Ort zum anderen zu transportieren. Bestimmte Produkte besitzen eine begrenzte Haltbarkeit und verlieren während längerer Transportzeiten an Qualität. Verderbliche Güter können sogar vollständig unbrauchbar werden. Auch Passagiere reagieren auf übermäßig lange Reisezeiten mit Unzufriedenheit. Beides wirkt sich auf unsere Einnahmen aus, da beschädigte Waren und unzufriedene Fahrgäste geringere Erträge bedeuten.

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Um diesen Problemen entgegenzuwirken, können wir Bahnhöfe, Lagerhäuser und Fahrzeuge auf bestimmte Güter spezialisieren. Dadurch lassen sich Ladezeiten verkürzen und empfindliche Waren besser transportieren. Allerdings haben solche Spezialisierungen auch Nachteile. Andere Güter benötigen an entsprechend angepassten Stationen deutlich länger für das Be- und Entladen. Wir müssen deshalb sorgfältig abwägen, welche Infrastruktur sich für unsere jeweiligen Transportaufgaben eignet. Besonders bei umfangreichen Produktionsketten wird die richtige Abstimmung zwischen Transportkapazität, Geschwindigkeit und Lagerung zunehmend wichtiger.

Eine weitere Neuerung betrifft die Industriebetriebe selbst. Diese können durch zusätzliche Arbeitskräfte oder bestimmte Ressourcen ihre Produktion steigern. Dafür reicht es allerdings nicht aus, ausschließlich Waren zu transportieren. Wir müssen auch dafür sorgen, dass Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze erreichen. Damit erhalten unsere Personenverkehrsnetze eine zusätzliche wirtschaftliche Bedeutung. Die Produktionssteigerungen sind zwar optional, können bei wachsenden Städten jedoch entscheidend werden, um den steigenden Warenbedarf zu decken. Gleichzeitig entsteht dadurch ein glaubwürdigerer Wirtschaftskreislauf, in dem Personen- und Güterverkehr enger miteinander verbunden sind.

Auch die Städte reagieren wesentlich umfangreicher auf unsere Entscheidungen. Neben der Versorgung mit Gütern und dem öffentlichen Nahverkehr spielen inzwischen Faktoren wie Luftverschmutzung, Lärmbelastung, Zufriedenheit und Reputation eine wichtige Rolle. Eine stark befahrene Straße kann wirtschaftlich sinnvoll sein, gleichzeitig aber die Lebensqualität der umliegenden Wohngebiete verschlechtern. Wir müssen deshalb nicht nur auf möglichst hohe Gewinne achten, sondern auch die Auswirkungen unserer Infrastruktur auf die Bevölkerung berücksichtigen.

Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wir können Straßen verbessern, Lärmschutzmaßnahmen errichten oder Bäume pflanzen. Gleichzeitig beeinflussen gut funktionierende Verkehrsverbindungen und eine zuverlässige Warenversorgung das Wachstum der Städte. Besonders motivierend ist dabei, dass wir die Auswirkungen unserer Entscheidungen unmittelbar beobachten können. Neue Gebäude entstehen, bestehende Stadtteile entwickeln sich weiter und zuvor kleine Ortschaften wachsen langsam zu größeren Städten heran. Dadurch entsteht das Gefühl, tatsächlich Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Region zu nehmen, obwohl wir selbst keine klassischen Städtebauaufgaben übernehmen.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die überarbeitete Firmenzentrale. Während diese im Vorgänger hauptsächlich dekorativen Zwecken diente, ist sie inzwischen direkt mit unserem Unternehmensfortschritt verbunden. Insgesamt gibt es 15 Meilensteinstufen, durch die wir neue Gebäude, Wahrzeichen und unterschiedliche Boni freischalten können. Diese verbessern beispielsweise die Zufriedenheit der Bevölkerung, reduzieren Umweltbelastungen oder fördern das Wachstum einzelner Städte.

Besonders interessant sind die neuen Wahrzeichen. Dabei handelt es sich um historische Gebäude, die nicht nur das Stadtbild aufwerten, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile bieten können. Allerdings müssen wir zunächst die erforderlichen Baumaterialien beschaffen. Für das Kolosseum werden beispielsweise 400 Einheiten Stein benötigt. Da bestimmte Wahrzeichen nur einmal errichtet werden können, sollten wir ihren Standort sorgfältig auswählen. Gleichzeitig liefern diese Bauprojekte zusätzliche Ziele, die über den normalen Ausbau unseres Verkehrsnetzes hinausgehen.

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Zusätzlich können wir mithilfe spezieller Gegenstände versuchen, neue Industriebetriebe innerhalb bestimmter Stadtgebiete anzusiedeln. Das ist besonders hilfreich, wenn benötigte Rohstoffe ansonsten nur am anderen Ende der Karte verfügbar wären. Allerdings ist die Entstehung des gewünschten Betriebs nicht garantiert. Dadurch bleibt auch bei der Erweiterung unserer Industriegebiete ein gewisses Risiko bestehen. Dennoch ist diese Möglichkeit eine sinnvolle Ergänzung, da wir dadurch zumindest teilweise Einfluss auf die ansonsten vorgegebenen Standorte der Produktionsstätten nehmen können.

Für zusätzliche Abwechslung sorgen die neuen Subventionen beziehungsweise Aufträge. Dabei erhalten wir bestimmte Aufgaben, die innerhalb vorgegebener Bedingungen abgeschlossen werden müssen. Als Belohnung winken Geldzahlungen und zeitlich begrenzte Boni. Scheitern wir allerdings, können empfindliche Strafzahlungen folgen. Einige dieser Aufgaben wiederholen sich mit der Zeit und fallen vergleichsweise einfach aus, dennoch bieten sie gerade beim Aufbau unserer Transportgesellschaft eine interessante zusätzliche Einnahmequelle. Wir sollten allerdings genau überlegen, welche Aufträge wir annehmen, da eine gescheiterte Herausforderung schnell mehrere Millionen kosten kann.

Eine der größten Verbesserungen gegenüber Transport Fever 2 betrifft die Benutzeroberfläche. Urban Games hat zahlreiche Abläufe vereinfacht und die Verwaltung unserer Fahrzeuge deutlich übersichtlicher gestaltet. Neue Transportlinien lassen sich mit wenigen Klicks erstellen, indem wir die gewünschten Haltestellen auswählen und anschließend passende Fahrzeuge zuweisen. Auch bestehende Routen können wir unkompliziert verändern. Besonders praktisch ist, dass wir Fahrzeuge direkt beim Erstellen oder Bearbeiten einer Linie kaufen und zuordnen können, ohne ständig zwischen verschiedenen Menüs wechseln zu müssen.

Die Menüs sind insgesamt sinnvoll strukturiert und bieten zahlreiche Statistiken sowie Filtermöglichkeiten. Farbliche Markierungen und Einzugsradien helfen uns dabei, die Reichweite unserer Haltestellen und die Versorgung einzelner Stadtteile besser einzuschätzen. Auch die Fahrzeugverwaltung funktioniert deutlich komfortabler. Wir können Fahrzeuge gezielt bestimmten Haltestellen zuweisen oder mehrere Einheiten gleichmäßig über eine Linie verteilen. Gerade bei größeren Verkehrsnetzen sparen diese Verbesserungen viel Zeit, die wir stattdessen in die eigentliche Planung investieren können.

Eine weitere Erleichterung betrifft den Güterverkehr. Während wir im Vorgänger häufig eigene Güterstationen an den Industriebetrieben errichten mussten, können Straßenfahrzeuge ihre Waren inzwischen teilweise direkt an den Produktionsstätten abholen oder abliefern. Für Bahnhöfe, Häfen und vergleichbare Einrichtungen benötigen wir weiterhin entsprechende Güterterminals. Dennoch reduziert diese Änderung den Bauaufwand erheblich und erleichtert insbesondere den Aufbau kleinerer Transportketten.

Auch beim Straßenbau helfen uns neue Führungslinien, die den geplanten Verlauf bereits während der Konstruktion anzeigen. Dadurch lassen sich Straßenverbindungen relativ einfach anlegen. Anspruchsvoller wird es dagegen beim Eisenbahnbau. Hier müssen wir nicht nur Gleise verlegen, sondern auch Signale platzieren und sicherstellen, dass sich mehrere Züge nicht gegenseitig blockieren. Die Zusammenstellung unserer Züge funktioniert komfortabel über ein Drag-and-drop-System, mit dem wir Lokomotiven und Waggons kombinieren können.

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Mit fortschreitender Zeit verändert sich außerdem die verfügbare Technik. Möchten wir beispielsweise unsere alten Dampflokomotiven durch moderne Elektrolokomotiven ersetzen, müssen wir zunächst die entsprechenden Strecken elektrifizieren und Oberleitungen errichten. Gleichzeitig unterscheiden sich die Fahrzeuge hinsichtlich Geschwindigkeit, Kapazität, Umweltbelastung, Zuverlässigkeit und Wartungskosten. Da Fahrzeuge mit der Zeit verschleißen, müssen wir regelmäßig entscheiden, ob sich Reparaturen noch lohnen oder eine Neuanschaffung wirtschaftlicher wäre. Gerade diese langfristigen Entscheidungen sorgen dafür, dass auch ältere Transportverbindungen immer wieder unsere Aufmerksamkeit benötigen.

Trotz der zahlreichen Verbesserungen bleibt die Bedienung allerdings nicht vollständig frei von Problemen. Gerade beim Eisenbahnbau fehlen teilweise praktische vorgefertigte Konstruktionen, die komplizierte Streckenführungen erleichtern könnten. Auch beim Bau mehrgleisiger Brücken oder beim Platzieren bestimmter Güterstationen können Schwierigkeiten auftreten. Gelegentlich verhindern Kollisionsabfragen, dass wir zusätzliche Zufahrten errichten können, obwohl dafür scheinbar genügend Platz vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass einige Abläufe weiterhin unnötig umständlich erscheinen. Während sich Fahrzeuge beispielsweise schnell verkaufen lassen, sind andere Verwaltungsaufgaben weniger intuitiv gelöst. Auch das Tutorial erklärt nicht jede Abhängigkeit ausreichend deutlich. Gerade Neueinsteiger müssen deshalb bereit sein, sich intensiver mit den einzelnen Systemen auseinanderzusetzen. Trotz der verbesserten Benutzeroberfläche bleibt Transport Fever 3 eine anspruchsvolle Wirtschaftssimulation mit einer spürbaren Lernkurve.

Sobald wir diese Einstiegshürden überwunden haben, entfaltet das Spiel allerdings seine größte Stärke. Es entsteht ein motivierender Kreislauf aus Planen, Bauen, Beobachten und Optimieren. Eine neue Buslinie verbessert die Erreichbarkeit einer Industrieanlage, dadurch steigt die Produktion, was wiederum zusätzliche Güterzüge erforderlich macht. Gleichzeitig wächst eine nahegelegene Stadt und benötigt neue Versorgungswege. Genau diese miteinander verbundenen Aufgaben sorgen dafür, dass wir immer wieder neue Projekte beginnen und dabei schnell mehrere Stunden aus den Augen verlieren.

Eine lebendige Modellbauwelt mit technischen Schwankungen

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Optisch erinnert Transport Fever 3 an eine riesige Modelleisenbahnlandschaft, die wir nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten können. Bereits aus der gewohnten Übersichtsperspektive wirken die weitläufigen Karten mit ihren Städten, Straßen, Bahnstrecken und Industrieanlagen abwechslungsreich. Besonders eindrucksvoll wird das Gesamtbild allerdings, sobald unsere Transportnetze zunehmend ausgelastet sind und sich zahlreiche Fahrzeuge gleichzeitig durch die Landschaft bewegen.

Die verschiedenen Klimazonen sorgen für unterschiedliche Landschaftsbilder. Neben grünen Regionen erwarten uns unter anderem Wüstenlandschaften, Küstengebiete und arktische Umgebungen. Die Vegetation, das Gelände und die Bebauung passen sich den jeweiligen Regionen an. Dadurch unterscheiden sich die Karten nicht nur hinsichtlich ihrer geografischen Voraussetzungen, sondern auch optisch deutlich voneinander.

Besonders gelungen ist die Gestaltung der Fahrzeuge. Urban Games setzt auf zahlreiche historische und moderne Transportmittel, darunter auch lizenzierte Modelle realer Hersteller. Die Fahrzeuge besitzen einen hohen Detailgrad und vermitteln die technische Entwicklung über die verschiedenen Jahrzehnte hinweg. Eine alte Dampflokomotive wirkt dabei ebenso passend wie ein moderner Hochgeschwindigkeitszug oder ein großes Frachtflugzeug. Gerade die optischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Epochen tragen dazu bei, dass sich der technische Fortschritt innerhalb unserer Transportgesellschaft nachvollziehbar anfühlt.

Dank der frei beweglichen Kamera können wir jederzeit näher an unsere Fahrzeuge heranzoomen und sie auf ihren Fahrten begleiten. Besonders bei Eisenbahnstrecken entsteht dadurch ein beinahe meditatives Spielerlebnis. Wir können beobachten, wie Züge durch weitläufige Landschaften fahren, an Bahnhöfen halten oder sich langsam durch dicht bebaute Stadtgebiete bewegen. Auch Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber lassen sich aus nächster Nähe betrachten. Diese Möglichkeit ist zwar für die eigentliche Verwaltung nicht unbedingt erforderlich, gehört für uns aber zu den schönsten Details des Spiels.

Die Städte selbst profitieren ebenfalls von der verbesserten Darstellung. Gebäude und Straßen besitzen zahlreiche kleinere Details, während Passanten und Fahrzeuge für Bewegung sorgen. Besonders die Beleuchtung hinterlässt einen positiven Eindruck. Durch den Tag-Nacht-Wechsel verändert sich die Atmosphäre spürbar. Wenn am Abend die Lichter der Städte angehen und beleuchtete Züge in die Bahnhöfe einfahren, entwickelt Transport Fever 3 einen ganz eigenen visuellen Charme.

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Hinzu kommt ein dynamisches Wettersystem, das die unterschiedlichen Landschaften zusätzlich in Szene setzt. In Verbindung mit der sich entwickelnden Bebauung entsteht eine Spielwelt, die sich im Laufe unserer Partie sichtbar verändert. Das Wachstum unserer Städte wird dadurch nicht nur anhand von Statistiken deutlich, sondern lässt sich direkt auf der Karte verfolgen. Besonders schön ist es, wenn aus einer kleinen Ortschaft nach und nach eine größere Stadt entsteht, deren Verkehrsnetz wir selbst aufgebaut haben.

Allerdings fällt die Umgebung außerhalb der Städte stellenweise etwas leblos aus. Gerade auf großen Freiflächen fehlt es an Wildtieren und anderen Details, die den Landschaften zusätzliche Lebendigkeit verleihen könnten. Auch wenn die Fahrzeuge und Gebäude überzeugen, bleibt die Spielwelt abseits der Verkehrswege deshalb gelegentlich etwas steril. Gerade bei den Fahrten durch weitläufige Landschaften hätten wir uns hier etwas mehr Abwechslung gewünscht.

Technisch hinterlässt Transport Fever 3 einen gemischten Eindruck. Die Simulation kann mit hohen Bildraten und einer grundsätzlich flüssigen Darstellung überzeugen. Gerade beim Heranzoomen an Fahrzeuge, beim Beobachten der Städte und beim Navigieren über kleinere Transportnetze wirkt das Geschehen angenehm geschmeidig. Allerdings können mit zunehmender Größe unserer Infrastruktur auch Performanceprobleme auftreten.

Besonders dann, wenn zahlreiche Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind und immer mehr Produktionsketten berechnet werden müssen, kann die Bildrate schwanken. Gelegentliche Ruckler machen sich vor allem beim Herauszoomen oder beim Bau neuer Straßen bemerkbar. Das Spiel bleibt dadurch zwar grundsätzlich spielbar, allerdings können diese Unterbrechungen bei längeren Partien störend wirken. Gerade bei einer Wirtschaftssimulation, deren Spielwelt über viele Stunden hinweg immer komplexer wird, besteht hier noch Optimierungspotenzial.

Auch bei den Grafikeinstellungen gibt es Einschränkungen. So fehlen moderne Upscaling-Technologien wie DLSS oder FSR. Ebenso vermissen wir eine direkte Möglichkeit, die maximale Bildrate innerhalb des Spiels zu begrenzen. Immerhin stehen grundlegende Optionen wie V-Sync und Screen Space Ambient Occlusion zur Verfügung. Gerade angesichts der teilweise auftretenden Performanceprobleme wären zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten durchaus wünschenswert.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Darstellung der Untertitel. Da diese teilweise keinen ausreichend kontrastreichen Hintergrund besitzen, können sie vor hellen Landschaften oder anderen Oberflächenelementen schwer lesbar sein. Gerade während der Kampagne, in der regelmäßig Dialoge und Erklärungen eingeblendet werden, wäre eine anpassbare Hintergrundfläche hilfreich. Es handelt sich zwar nur um ein kleines Detail, allerdings fällt es bei längeren Spielsitzungen durchaus auf.

Insgesamt hinterlässt Transport Fever 3 optisch einen überzeugenden Eindruck. Die detaillierten Fahrzeuge, die unterschiedlichen Landschaften und die sichtbar wachsenden Städte tragen erheblich zur Atmosphäre bei. Besonders die Möglichkeit, jederzeit von der strategischen Übersicht in eine Nahansicht unserer Transportmittel zu wechseln, macht einen großen Teil des visuellen Reizes aus. Die gelegentlich auftretenden Performanceprobleme und die etwas eingeschränkten Grafikeinstellungen verhindern allerdings eine uneingeschränkt positive technische Bewertung.

Entspannte Musik trifft auf wechselhafte Sprachausgabe

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Auch akustisch versucht Transport Fever 3, den Aufbau unserer Transportnetze möglichst angenehm zu begleiten. Die Musik nimmt dabei eine wichtige Rolle ein, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Bereits im Hauptmenü erwartet uns eine vergleichsweise kraftvolle und motivierende musikalische Untermalung, während die eigentlichen Partien deutlich ruhigere Klänge bieten.

Besonders interessant ist die musikalische Gestaltung der Kampagne. Die Stücke orientieren sich teilweise an den Ländern und Regionen, in denen die jeweiligen Missionen stattfinden. Dadurch erhalten die historischen Szenarien eine zusätzliche akustische Identität. Die Musik unterstützt das jeweilige Setting und hilft dabei, die Atmosphäre der unterschiedlichen Epochen zu vermitteln. Gerade durch diese Anpassungen wirken die einzelnen Missionen abwechslungsreicher, obwohl wir uns spielerisch immer wieder mit ähnlichen Transportaufgaben beschäftigen.

Im freien Spielmodus fällt die musikalische Begleitung dagegen eher zurückhaltend aus. Ruhige und teilweise fast meditative Stücke sorgen dafür, dass wir uns über längere Zeit mit unserer Infrastruktur beschäftigen können, ohne ständig von der Hintergrundmusik abgelenkt zu werden. Gerade in Kombination mit den langsam wachsenden Städten, den fahrenden Zügen und dem dynamischen Wetter entsteht dadurch eine entspannte Atmosphäre. Selbst wenn wir gerade keine neuen Strecken bauen, macht es durchaus Spaß, einfach nur das Geschehen auf der Karte zu beobachten.

Allerdings kann sich die Musik bei längeren Spielsitzungen auch wiederholen. Einige Stücke verlieren mit der Zeit ihren Reiz und wirken stellenweise etwas eintönig. Die musikalische Untermalung erfüllt ihren Zweck zwar grundsätzlich gut, erreicht aber nicht durchgehend die Qualität oder Abwechslung, die wir uns bei einer Simulation mit potenziell hunderten Spielstunden wünschen würden. Etwas mehr musikalische Vielfalt hätte dem freien Spielmodus deshalb durchaus gutgetan.

Weniger einheitlich fällt unser Eindruck von der englischen Sprachausgabe aus. Während die Charaktere in einigen Szenarien durch lebendige und humorvolle Interpretationen überzeugen, wirken manche Dialoge an anderer Stelle steif und künstlich. Teilweise erinnert die Betonung sogar an eine computergenerierte Stimme. Gerade weil die Kampagne versucht, ihre historischen Hintergründe durch unterschiedliche Persönlichkeiten aufzulockern, fallen solche Unterschiede bei der Vertonung besonders auf.

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Die Sprachausgabe ist insbesondere für die Kampagne relevant. Während der Ladebildschirme erhalten wir gesprochene Einführungen in die jeweiligen historischen Hintergründe. Anschließend begleiten uns unterschiedliche Charaktere durch die Missionen und erläutern die anstehenden Aufgaben. Dadurch entsteht eine gewisse erzählerische Kontinuität, die den ansonsten recht nüchternen Transportaufgaben zusätzliche Persönlichkeit verleiht. Auch wenn die Dialoge gelegentlich etwas überzeichnet wirken, erfüllen sie ihren Zweck und machen die Kampagne insgesamt zugänglicher.

Die eigentlichen Soundeffekte fallen dagegen unauffällig, aber passend aus. Fahrzeuge, Maschinen und die Umgebung besitzen eigene Geräusche, die sich abhängig von unserer Kameraposition verändern. Wenn wir beispielsweise näher an einen fahrenden Zug heranzoomen, treten dessen Geräusche stärker in den Vordergrund. Entfernen wir uns wieder in die strategische Übersicht, werden die einzelnen Geräuschquellen entsprechend zurückgenommen.

Diese dynamische Anpassung trägt dazu bei, dass sich unsere Transportwelt auch akustisch glaubwürdig anfühlt. Besonders beim Beobachten einzelner Fahrzeuge entsteht ein angenehmes Zusammenspiel aus Bewegung, Umgebungsgeräuschen und Musik. Gleichzeitig bleiben die Geräusche zurückhaltend genug, um uns bei der eigentlichen Planung nicht zu stören.

Insgesamt erfüllt der Sound seine Aufgabe gut. Die zurückhaltende Hintergrundmusik passt zum eher entschleunigten Charakter der Simulation, während die regionalen Stücke der Kampagne für zusätzliche Abwechslung sorgen. Die Qualität der englischen Sprachausgabe schwankt dagegen stärker und dürfte nicht jeden gleichermaßen überzeugen. Dennoch unterstützt die akustische Gestaltung das Geschehen sinnvoll, ohne von den eigentlichen Managementaufgaben abzulenken.

The Review

Transport Fever 3 (PC)

Mit Transport Fever 3 entwickelt Urban Games seine Wirtschaftssimulation konsequent weiter. Die überarbeitete Benutzeroberfläche, umfangreicheren Produktionsketten und zusätzlichen Wirtschaftssysteme machen den Aufbau unserer Transportnetze abwechslungsreicher als zuvor. Besonders der freie Spielmodus motiviert uns dazu, bestehende Verbindungen ständig zu verbessern und neue Regionen zu erschließen. Die historische Kampagne bietet außerdem einen gelungenen Einstieg, auch wenn ihre linearen Aufgaben gelegentlich einschränkend wirken. Optisch überzeugen vor allem die detaillierten Fahrzeuge und die lebendigen Städte. Allerdings trüben gelegentliche Performanceprobleme, kleinere Schwierigkeiten beim Bauen und die weiterhin anspruchsvolle Lernkurve den Gesamteindruck. Wer sich jedoch gerne intensiv mit Logistik, Verkehrsplanung und wirtschaftlichen Zusammenhängen beschäftigt, bekommt für 49,99 Euro eine umfangreiche Simulation mit enormem Wiederspielwert. Transport Fever 3 erfindet die Reihe nicht neu, verbessert aber zahlreiche ihrer wichtigsten Bestandteile. Und am Ende bleibt es selten bei der einen Zugverbindung, die wir eigentlich nur noch schnell fertigstellen wollten.

PROS

  • Über 35 Industriezweige und 40 Güterarten
  • Abwechslungsreiche historische Kampagne
  • Große Auswahl historischer und moderner Fahrzeuge
  • Lebendige Städte mit dynamischem Wachstum
  • Umfangreiche Transport- und Produktionsketten

CONS

  • Steile Lernkurve für Neueinsteiger
  • Lineare Kampagne mit wenig Entscheidungsfreiheit
  • Gelegentliche Performanceprobleme bei großen Karten
  • Gelegentliche Probleme bei der Platzierung von Stationen
Tags: Paradox InteractiveTransport Fever 3Urban Games
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Paul Motek

Paul Motek

Motek ist Chefredakteur und Gründer dieses Online-Gaming Magazin. 2013 gründete er im Rahmen seiner Ausbildung das Gaming TV & Online Magazin G-activity, das heutige MotekGames und MotekTV. Motek ist Leidenschaftlicher Gamer, zockt gerne Sport und Simulationsspiele und ist begeisterter Fußball & Motorsport-Fan.

MotekGames ist ein deutsches Online Gaming Magazin für News und Reviews. Seit dem Jahr 2013 veröffentlicht die Redaktion aktuelle News & Tests, über PC-, Videospiele, eSport, Hardware, Klemmbausteine & Boardgames. Auch ist die Redaktion auf verschiedenen Events der Branche vertreten, wie zum Beispiel der gamescom, devcom, DEP, DCP, IFA, VBL oder IEM. Auch werden unsere News zweimal pro Woche als Podcast (bei iTunes, Amazon, Spotify, Deezer und Google) veröffentlicht und monatlich als TV-Format auf dem TV-Sender NRWision.

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