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EA Sports UFC 4 Review

Games Review Review Games PS4 XOne
9.2

Genial

Die UFC erfreut sich weltweit über große Beliebtheit. Und auch Sportmuffel haben den Octagon sicherlich schon mal gesehen, spätestens wahrscheinlich im Film mit Kevin James. Und mit der UFC-Reihe von EA Sports kann der Spieler selbst in den Octagon steigen und austeilen. Wir haben uns im neuen Teil mal in den Käfig gewagt.

Gleich zu Beginn des Spiels dürfen wir uns einen Kämpfer frei nach Belieben bauen. Entweder in einer vereinfachten Form mit vorgefertigten Charakteren oder eben frei Schnauze. Dabei können wir unseren Kämpfer nicht nur optisch nach Belieben anpassen, sondern direkt unseren bevorzugten Kämpfertypen festlegen. Hier stehen uns der Kickboxer, Boxer, der ausgewogene, der Wrestler und der Jiu-Jitsu-Kämpfer als Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Direkt im Anschluss werden wir auf unserem eigenen Weg an die Spitze der UFC gebracht.

Begleitet werden wir von unserem Coach Davis, einem ehemaligem Kämpfer, dessen Karriere leider durch Verletzung beendet wurde. Seine Liebe zum Sport wurde allerdings nie besiegt, also gründete er mit „Davis MMA“ ein eigenes Studio, um angehende Kämpfer zu unterstützen. Unsere Wege mit ihm haben sich dabei bei einem Amateurkampf gekreuzt, von dem Davis vor unserem ersten eigenen Interview auch begeistert erzählt. Klar haben wir in dem Kampf voll auf die Mütze gekriegt, denn a) gabs bis dahin keine Infos wie was geht und b) war das natürlich auch vom Spiel so geplant, denn wir sind halt nun mal ein Neuling. Aber wenigstens einer mit Herz und Wille, sonst hätte Davis uns nicht unter seine Fittiche genommen.

Und so beginnt nach dem Fratzengeballer für uns, das Tutorial in dem uns der Coach in die Grundlagen des Kämpfens einführt. Und nach jedem Tutorial, zu Griffen, Bodenkämpfen usw. müssen wir das gelernte aus dem Tutorial im Kampf anwenden, einfach damit die Grundlagen schnell gefestigt werden. Schöne Idee, beim Bodenkampf hab ich mich aber sehr lange schwer getan, um mich aus einer solchen Situation zu befreien.

Sobald wir die Tutorial-Sektion bestanden haben, machen wir unsere ersten Schritte in die UFC. Denn Dana White, Präsident der Ultimate Fighting Championship, hat uns beim letzten Kampf zu gesehen und lädt uns zu seiner Contender Series ein. Kurz einen der vier vorhandenen Schwierigkeitsgrade wählen, beginnt unsere Karriere.

Und wenn man bisher wenig Abwechslung hatte, dann wird einem der Storymodus wahrscheinlich abholen. Denn die Möglichkeiten die dann hinzukommen sorgen für Abwechslung pur. Denn uns flattern reihenweise Kampfangebote ins Haus. Wir haben die Wahl: annehmen oder ablehnen, beides hat jedenfalls Auswirkungen auf den weiteren Verlauf und ja, man sollte manchmal lieber einen Kampf ablehnen, damit ein besseres Angebot mit mehr Hype reinkommt. Zu Beginn würde ich aber schon sagen, sollte man jeden Kampf mitnehmen. Denn wir stehen ganz unten und müssen uns natürlich erstmal einen Namen machen und Hype um uns aufbauen.

Nimmt man einen Kampf an, hat man die Möglichkeit selbst festzulegen, in wie viel Wochen der Kampf stattfinden soll. Man sollte auf jeden Fall nicht zu wenig Wochen nehmen, denn vor so einem Kampf gibt es einiges zu tun: Verträge abschließen, Promo machen, Trainieren, Techniken erlernen, Fitness steigern, Beziehungen zu anderen Kämpfern aufbauen und noch mehr. Klingt nach einer Menge, aber jede Aktion kostet uns Wochenpunkte und uns stehen wöchentlich nur maximal 100 Punkte zur Verfügung. Alleine das Training kostet bspw schon 40 Punkte, also sollte man mit Bedacht planen. Hat man am Ende noch Punkte übrig, kann man auch trotzdem einfach den Rest der Woche simulieren. Aber man sollte definitiv nicht mit zu vielen verbleibenden Punkten so eine Woche beenden, sonst riskiert man eine Verletzung. Aber das Spiel erklärt einem alles wichtige und vor allem auch leicht verständlich.

Aber nicht nur die Punkte limitieren uns in unseren Handlungen, sondern auch unser Budget. Für jeden Kampf gibt es nicht nur Geld für den Sieg, sondern auch alleine schon fürs antreten. Und das Geld brauchen wir um neue Techniken von anderen Kämpfern, welche wir uns ins Studio einladen, zu lernen. Haben wir bspw vorher unsere wöchentlichen Punkte in Verbesserungen der Beziehungen zu einem Kämpfer investiert, kommt er für weniger Geld zu uns, als andere Kämpfer. Und für manch einen braucht man auch erst ein gewisses Maß an ansehen, bevor sie einen trainieren.

Während wir uns im Octagon zum Sieg prügeln können wir einige Techniken bei häufigem benutzen aufleveln, als Beispiel nenn ich jetzt einfach mal den Roundhouse-Kick. Am Ende eines Kampfes kriegen wir noch ein paar Statistiken angezeigt und Belohnungen. Zu den Belohnungen gehören unter anderem auf Kampfpunkte, mit denen wir Werte wie Ausdauer, Schlaghärte oder -geschwindigkeit oder auch Ausdauer verbessern können. Klingt vielleicht nach viel, ist aber wirklich sehr schnell im Kopf abgespeichert, sodass man sich fix Abläufe speichern kann.

Die Kämpfe machen einfach Spaß. Es ist auch kein sinnloses Prügelfestival, sondern schon sehr taktisch ausgelegt. Wann mach ich welchen Schlag, wann weiche ich wohin aus und wie viel Ausdauer hab ich eigentlich noch übrig, um nicht nur einen starken Schlag durchzuführen, sondern auch noch genug Power um nicht gleich selbst vor dem Gegner zusammenzuklappen bzw ein offenes Ziel für Konter zu sein. Fragen mit denen sich der Spieler beschäftigen muss, die fordern, aber nicht überfordern. Denn UFC4 spielt sich trotzdem sehr entspannt. Und gerade wenn ein Schlag oder Tritt so richtig sitzt, kommt der Spielspaß ganz fix.

Auch optisch macht der neue UFC-Ableger viel her. Sei es in den optischen Anpassungen für den Kämpfer oder die Kämpfer ansich, das Publikum, die Käfige oder die Cutscenes. Es ist einfach ein stimmiges Bild mit äußerst seltenen und wenn nur kurzzeitigen optischen Bugs, die allerdings weder das Spiel noch den Spaß daran negativ beeinflusst hatten.

Ebenfalls nix zu meckern gibt es am Sound. Das geht bei der gelungenen deutschen Synchro los, geht mit guten Kommentatoren weiter und zieht sich auch über die Sounds an sich hindurch. Mit bspw. Rappern wie NF oder Eminem ist ebenfalls der Soundtrack einfach passend gewählt.

Good

  • gute Synchro

Bad

  • Bodenkampf etwas komplex

Summary

UFC4 ist ein würdiger Nachfolger für die Reihe und wird Freunden der virtuellen Beulerei gut gefallen. Es ist nicht einfach nur ein stumpfes Haudrauf sondern verlangt Übersicht und taktisches Verständnis vom Spieler. Ein gezielter Tritt zum richtigen Zeitpunkt und so ein Kampf kann eine drastische Wendung nehmen.
9.2

Genial