Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance hat eine weitere entscheidende Hürde genommen. Paramount hat sich mit Kalifornien und elf weiteren US-Bundesstaaten geeinigt, die mit einer Kartellklage gegen den Zusammenschluss vorgegangen waren. Die Einigung beseitigt damit eines der letzten großen Hindernisse für den Abschluss der Übernahme.
Noch am Wochenende hatten mehrere Bundesstaaten Vorbehalte gegen die ausgehandelten Bedingungen. Laut Bloomberg gehörten dazu New York, Connecticut, Massachusetts und Minnesota. Diese Widerstände konnten bei den Verhandlungen letztlich ausgeräumt werden. Die Übernahme wird derzeit mit einem Gesamtwert von rund 110 Milliarden US-Dollar beziffert.
Teil der Einigung sind mehrere Verpflichtungen, die Paramount nach dem Zusammenschluss erfüllen muss. Dazu gehört das Versprechen, jährlich mindestens 30 Filme im Kino zu veröffentlichen. Sollte Paramount dieses Ziel unterschreiten, wird laut Reuters für jeden fehlenden Film eine Strafe von 30 Millionen US-Dollar fällig. Würde das Unternehmen beispielsweise nur 29 Filme innerhalb eines Jahres veröffentlichen, wären entsprechend 30 Millionen US-Dollar zu zahlen. Zusätzlich verpflichtet sich Paramount zu Investitionen von 1,5 Milliarden US-Dollar in Filmproduktionen in Kalifornien. Berichten zufolge soll diese Summe über einen Zeitraum von fünf Jahren investiert werden.
Auch die Nachrichtensender des zukünftigen Medienkonzerns spielen bei der Einigung eine Rolle. Für CNN und CBS sollen unabhängige redaktionelle Gremien eingerichtet werden. Diese sollen dazu beitragen, die redaktionelle Unabhängigkeit der Nachrichtenangebote innerhalb des zusammengeführten Unternehmens zu sichern. Mit der Übernahme würden unter einem gemeinsamen Eigentümer unter anderem die beiden Filmstudios Paramount Pictures und Warner Bros., die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max sowie die Nachrichtensender CBS und CNN zusammengeführt.
Auch Warner Bros. Games gehört zur Übernahme
Für die Games-Branche ist die Übernahme ebenfalls von Bedeutung. Mit Warner Bros. Discovery wechseln auch die entsprechenden Gaming-Aktivitäten unter das Dach des neuen Konzerns. Dazu gehören Studios und Marken rund um Warner Bros. Games, darunter unter anderem NetherRealm Studios, Rocksteady Studios, TT Games und Avalanche Software. Zum Spieleportfolio gehören entsprechend bekannte Marken und Lizenzen aus den Bereichen Mortal Kombat, Harry Potter und DC.
Welche Auswirkungen der Zusammenschluss konkret auf die einzelnen Entwicklerstudios und zukünftige Spiele haben wird, ist bislang nicht bekannt. Paramount baut gleichzeitig seine eigenen Aktivitäten im Gaming-Bereich aus. Das Unternehmen hatte dafür bereits das Paramount Games Studio angekündigt.
Übernahme noch nicht vollständig abgeschlossen
Die Einigung mit den zwölf Bundesstaaten bedeutet noch nicht, dass die Übernahme bereits formal abgeschlossen ist. Sie beseitigt jedoch ein wesentliches rechtliches Hindernis. Andere Einwände bestehen weiterhin. Unter anderem geht die Writers Guild of America gegen den Zusammenschluss vor und warnt vor möglichen Auswirkungen auf Beschäftigung, Bezahlung und den Umfang zukünftiger Produktionen. Die Übernahme hat zuvor bereits verschiedene regulatorische Genehmigungen erhalten. Mit der nun erzielten Einigung rückt der Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance damit deutlich näher.

