Die gamescom präsentiert sich als das weltweit größte Gaming-Festival. Es ist eine große Freude zu sehen, wie viele Menschen sich in den Kölner Messehallen versammeln, um gemeinsam die neuesten Spiele zu feiern. Für einige Aussteller endete die diesjährige Messe jedoch nicht mit neuen Geschäftskontakten, sondern in einer unerwarteten Situation. Leider mussten wir erfahren, dass es zu nächtlichen Vorfällen gekommen ist, bei denen mehrere Entwicklerstudios Ziel von gezielten Hardware-Diebstählen wurden. Die Gruppe, die in der Branche am stärksten betroffen war, waren die Indie-Entwickler, die morgens vor leeren Tischen und gewaltsam aufgebrochenen Schränken standen. Es wurden sowohl teure Laptops als auch unveröffentlichte Spielversionen gestohlen. Dies kann für Einzelkämpfer eine existenzielle Bedrohung darstellen.
Schwache Kontrollen mit Ansage
Einige Aussteller haben jedoch bemängelt, dass es einen sehr starken Kontrast zum Vorjahr gab. Wenn wir einen Blick auf das Jahr 2025 werfen, können wir feststellen, dass das Sicherheitsproblem der Messe nicht plötzlich aufgetaucht ist. Damals war der Zoll mit 60 Beamten auf der gamescom präsent und führte eine Überprüfung von rund 150 Sicherheitskräften durch. Die Bilanz war besorgniserregend: Es gab knapp 60 Verdachtsfälle auf Schwarzarbeit und Verstöße gegen den Mindestlohn durch undurchsichtige Subunternehmer. In diesem Jahr wurde auf eine solche Großkontrolle verzichtet. Stattdessen wurde die Sicherheit durch eine augenscheinliche Überforderung gewährleistet.
Es wurde von einigen Betroffenen von sehr laschen Einlasskontrollen berichtet, was wir auch bestätigen können. Wer sich an den Eingängen auf die Dienste von Subunternehmen verlässt, die nicht über die erforderlichen Sicherheitslizenzen verfügen, könnte unbefugten Personen den Zutritt ermöglichen, die sensible Geschäfts- und Indie-Zonen ausspähen und nachts ungestört teure Hardware entwenden. Die Kontrollen waren so lasch dieses Jahr, dass man ohne weitere Probleme gefährliche Gegenstände hätte mit auf das Gelände nehmen können, als Besucher, als Pressevertreter oder als Aussteller.
B2B-Preise für Start-up-Budgets
Anstatt nach diesen Vorfällen ein lückenloses Sicherheitskonzept zu garantieren, wendet die Messe weiterhin die bewährten Verfahren klassischer deutscher Industriemessen an. Für die Sicherheit ihres Standes werden Sie höflich gebeten, einen Obolus zu entrichten: Für eine angebliche Kameraüberwachung wird eine Gebühr von 160 Euro pro Tag erhoben. Bei einem Maschinenbaukonzern auf einer B2B-Messe ist dieser Betrag im Budget eher von untergeordneter Bedeutung. Für kleinere unabhängige Studios, die über begrenzte finanzielle Ressourcen verfügen, könnte dies eine Herausforderung darstellen. Das Angebot der Messe könnte daher möglicherweise wie ein zynisches Geschäftsmodell wirken, um etwaige Versäumnisse bei der allgemeinen Grundsicherheit zu kompensieren.
Dies könnte zu einer Wahrnehmung einer Zweiklassengesellschaft führen, bei der diejenigen, die zahlen, eine gewisse Sicherheit genießen. Für diejenigen, die sich die Zusatzkosten nicht leisten können, empfiehlt es sich, am nächsten Morgen zu prüfen, ob alles noch vorhanden ist. Damit die gamescom ihre Rolle als internationales Aushängeschild der Branche weiterhin ausfüllen kann, wäre es möglicherweise hilfreich, gewisse Aspekte zu überdenken. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die grundlegende Sicherheit für alle Aussteller auch nachts gewährleistet ist. Sicherheit sollte nicht als Premium-Feature betrachtet werden.

