Fast zwölf Jahre nach der Veröffentlichung von Assassin’s Creed Unity hat sich Ubisoft erneut zum schwierigen Start des Spiels geäußert. Jean Guesdon, heute Head of Content der Assassin’s Creed-Reihe und damaliger Projektleiter von Unity, erklärt rückblickend, dass das Entwicklerteam sich bei dem Projekt zu viel vorgenommen habe.
Als Assassin’s Creed Unity im Jahr 2014 erschien, sollte der Titel die Möglichkeiten der damaligen neuen Konsolengeneration demonstrieren. Das Spiel bot eine detailreiche Nachbildung von Paris im Maßstab 1:1, begehbare Gebäude, große Menschenmengen, ein komplett überarbeitetes Parkour-System sowie einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler.
Zum Verkaufsstart sorgten jedoch zahlreiche technische Probleme für Kritik. Fehler, Abstürze und Grafikprobleme überschatteten die Veröffentlichung. Ubisoft reagierte damals mit mehreren Updates und stellte die ursprünglich kostenpflichtige Erweiterung Dead Kings kostenlos zur Verfügung.
In einem aktuellen Interview mit dem Magazin Retro Gamer blickt Jean Guesdon auf diese Zeit zurück. Seinen Aussagen zufolge sei die Entwicklung besonders anspruchsvoll gewesen, da das Team gleichzeitig zahlreiche neue Technologien und umfangreiche Inhalte umsetzen wollte.
Demnach stellte insbesondere die neue Version der Anvil-Engine die Entwickler vor große Herausforderungen. Neben der neuen Technik mussten unter anderem die offene Spielwelt, die begehbaren Innenräume, das überarbeitete Parkour-System, die deutlich größere NPC-Dichte sowie der integrierte Mehrspieler-Modus parallel entwickelt werden. Rückblickend räumt Guesdon ein, dass bei Assassin’s Creed Unity zu viele Neuerungen gleichzeitig umgesetzt werden sollten.
Trotz des schwierigen Starts gilt das Spiel heute bei vielen Fans als einer der technisch und spielerisch ambitioniertesten Serienteile. Besonders häufig gelobt werden die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten für Arnos Ausrüstung, die erweiterten Schleichmechaniken, das lebendige Paris mit seinen zahlreichen NPCs, das anspruchsvollere Kampfsystem sowie die Koop-Missionen für bis zu vier Spieler. Auch die Verbindung der Handlung mit Assassin’s Creed Rogue wird bis heute als Besonderheit innerhalb der Reihe angesehen.

