Nachdem wir die Pläne analysiert hatten, liegen nun die konkreten Fahrpläne des Aufgabenträgers go.Rheinland vor. Die gute Nachricht: Es wird Entlastungszüge geben. Doch wer in die Pressemitteilung und die Fahrgastinformationen blickt, erkennt, dass die Anreise für viele Messegäste aus dem Ruhrgebiet und dem Raum Düsseldorf schwierig werden könnte.
Die Pläne für die Sonderzüge aus dem Ruhrgebiet
Um die erwarteten Besuchermassen zum Bahnhof Köln Messe/Deutz zu transportieren, haben go.Rheinland und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das externe Unternehmen TRI Train Rental GmbH beauftragt. An jedem Messetag sind 18 Sonderfahrten zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln geplant. Besonderer Fokus liegt dabei auf den Stoßzeiten. So starten am frühen Morgen zwei Züge direkt im Ruhrgebiet, genauer gesagt um 07:43 Uhr in Essen sowie um 07:58 Uhr in Dortmund. Am frühen Abend werden zudem zwei Rückfahrten bis zum Düsseldorfer Flughafen verlängert, die letzte Bahn in Richtung Heimat endet um 21:34 Uhr in Essen.
Was auf dem Papier nach einer soliden Lösung klingt, hat in der Realität allerdings einen gewaltigen Haken. Aufgrund einer massiven Baustelle der DB InfraGO auf der Hauptschlagader zwischen Düsseldorf und Köln müssen diese Sonderzüge eine weiträumige Umleitung fahren. Sie werden ohne jeden Zwischenhalt über Dormagen beziehungsweise Opladen nach Köln geleitet. go.Rheinland räumt in seiner Mitteilung ungewohnt offen ein, dass man eigentlich gerne eine deutlich größere Zahl an Zusatzfahrten bestellt hätte. Die umfangreichen Streckensperrungen ließen jedoch schlichtweg nicht mehr Verkehr auf der Schiene zu.
Die Anreise-Odyssee für reguläre Fahrgäste
Wie gravierend die Auswirkungen dieser DB-Baustelle sind, offenbart ein Blick in die begleitende Fahrgastinformation. Wer aus dem Norden ohne Umstieg zur gamescom möchte, dem bleibt als einzige reguläre Verbindung der Regionalexpress RE 6. Die Warnung vor einem extrem hohen Fahrgastaufkommen in diesem Zug formuliert die Bahn bereits jetzt sehr deutlich.
Für die meisten anderen wichtigen Linien aus Richtung Düsseldorf greift ein Szenario, das den Kölnern durch die KVB in diesem Jahr nur allzu bekannt vorkommt: Schienenersatzverkehr. Der reguläre Zugverkehr zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln-Mülheim ist komplett unterbrochen. Die stark frequentierten Linien RE 1, RE 5 sowie die S-Bahn-Linie S 6 werden auf diesem Teilstück durch Busse ersetzt. Fahrgäste müssen also in Düsseldorf in Busse steigen, sich durch den Verkehr quälen und in Köln-Mülheim erneut in Bahnen in Richtung Deutz umsteigen. Alternativ empfiehlt die Bahn weite Umfahrungen, etwa mit der S-Bahn über Neuss oder gar über Solingen, um von dort einen Anschluss nach Köln Messe/Deutz zu erhaschen.

Ein Nadelöhr jagt das Nächste
Zieht man ein Resümee aus all diesen Informationen, ergibt sich für Messebesucher ein überaus sportliches Gesamtbild. Während die KVB den Verkehr über den Rhein durch Busse ersetzen muss, ersetzt die Deutsche Bahn ihre wichtigsten Zubringer aus dem Norden ebenfalls durch Busse. Es zeugt von der Schwere der Situation, dass die Deutsche Bahn nicht nur mehr Servicepersonal und Sicherheitskräfte an den Bahnhöfen in Deutz und Mülheim ankündigt, sondern präventiv sogar zusätzliche Müllcontainer aufstellt und die Reinigung intensiviert.
Das Verkehrskonzept für die gamescom 2026 steht und fällt in diesem Jahr mit dem Verständnis und der Leidensfähigkeit der Besucher. Wer aus dem Ruhrgebiet oder Düsseldorf anreist, sollte die dringende Bitte der Aufgabenträger beherzigen: Informiert euch vorab genau über eure Verbindung, prüft die Umleitungen und plant vor allem deutlich mehr Reisezeit ein, als ihr es aus den vergangenen Jahren gewohnt seid.

