Der Xbox-Umsatz bleibt deutlich hinter Microsofts eigenen Zielen zurück. Das zeigt die aktuelle Proxy-Erklärung des Konzerns an seine Aktionäre, die Microsoft am Mittwoch veröffentlicht hat. Demnach verfehlen die Top-Manager ein Xbox-bezogenes Bonusziel bereits zum fünften Mal in sechs Jahren. Darauf hat Stephen Totilo vom Branchen-Newsletter Game File aufmerksam gemacht.
Plus geplant, Minus erzielt
Für das Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2026 hatte Microsoft ein Wachstum von 4,3 Prozent angepeilt. Gemeint ist der Umsatz mit Xbox-Inhalten und -Diensten, also etwa mit Spielen und Game Pass. Tatsächlich sank dieser Umsatz jedoch um 6,0 Prozent. Damit liegt das Ergebnis mehr als zehn Prozentpunkte unter der Vorgabe.
So hängt der Xbox-Umsatz mit den Managergehältern zusammen
Seit 2020 knüpft Microsoft einen kleinen Teil der Vergütung von CEO und weiteren Top-Führungskräften an ein Xbox-Ziel. Zunächst ging es dabei um das Wachstum der Game-Pass-Abonnenten. Seit 2023 zählt stattdessen das Wachstum beim Xbox-Umsatz mit Inhalten und Diensten. Allerdings verfehlte der Konzern das jeweilige Ziel in fünf der letzten sechs Jahre.
Totilo ordnet die Zahlen zudem ein: Vergütungsziele sind nicht dasselbe wie die tatsächlichen Geschäftspläne. Trotzdem zeigt die Verfehlung, wie weit die Spielesparte hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Hintergrund: Sparkurs bei Xbox
Die Zahlen passen ins Bild der vergangenen Monate. Xbox baut massiv um, streicht Stellen und trennt sich von Studios. Erst heute berichtete Le Monde, dass Microsoft Arkane Lyon schließen will, falls sich bis zum 13. November kein Käufer findet. Auch die US-Verkaufszahlen von Circana zeichnen ein schwaches Bild. Im September sanken die Verkäufe physischer Xbox-Spiele in den USA um 32 Prozent. Der Gesamtmarkt wuchs dagegen um 17 Prozent.

