Der langjährige Spieleproduzent Mark Darrah (Dragon Age, Mass Effect und Anthem) hat sich kritisch zur aktuellen Entwicklung der Videospielbranche geäußert. In einem aktuellen Video sprach der ehemalige Entwickler über Geschäftsmodelle, Abonnementdienste und die zunehmende Bedeutung von Live-Service-Spielen.
Nach Ansicht Darrahs setzt die Branche derzeit zu stark auf Mikrotransaktionen und Live-Service-Modelle. Dadurch würden bestimmte Genres bevorzugt, während andere Spielkonzepte weniger Chancen hätten, erfolgreich zu sein. Er betonte, dass nicht jedes Spiel als Live-Service-Titel funktionieren könne. Die vergangenen Jahre hätten bereits gezeigt, dass zahlreiche Projekte in diesem Bereich gescheitert seien. Darrah warnte zudem davor, dass die Branche langfristig in eine Situation geraten könnte, in der nahezu ausschließlich AAA-Spiele mit Live-Service-Modell finanziert werden. Eine solche Entwicklung halte er für problematisch.
Darüber hinaus zog Darrah Vergleiche zur Filmindustrie. Dort würden Kinos weiterhin als zusätzliche Einnahmequelle dienen, während Streamingdienste regelmäßig Inhalte austauschen und Serien oder Filme aus ihren Bibliotheken entfernen. Aus seiner Sicht könnte auch die Spielebranche von ähnlichen Ansätzen profitieren. Insbesondere bei Abo-Diensten sei es sinnvoll, Spiele nicht dauerhaft verfügbar zu machen, sondern regelmäßig auszutauschen.
Die Diskussion kommt zu einer Zeit, in der die Spieleindustrie weiterhin mit Entlassungen, Studioschließungen und eingestellten Projekten konfrontiert ist. Besonders Live-Service-Spiele standen zuletzt mehrfach im Fokus, nachdem verschiedene Titel ihre Erwartungen nicht erfüllen konnten oder kurz nach Veröffentlichung wieder eingestellt wurden.
Welche alternativen Geschäftsmodelle sich künftig durchsetzen könnten, ließ Darrah offen. Er betonte jedoch, dass die Branche neue Wege finden müsse, um unterschiedliche Arten von Spielen langfristig finanzieren zu können.

