Sony hat ein Patent für ein System veröffentlicht, das technische Probleme auf Geräten automatisch erkennen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz beheben könnte. Dabei soll die KI bei Bedarf selbst eine Softwarelösung erstellen und anschließend an das betroffene Gerät übertragen.
Der Ansatz würde damit deutlich über eine gewöhnliche automatische Fehlerdiagnose hinausgehen. Im beschriebenen System könnte die KI den Fehler erkennen, eine passende Korrektur programmieren und diese ausspielen, ohne dass zuvor ein Mitarbeiter des Supports eingreifen muss. Das Patent wurde laut einem Bericht von Patentlyze bereits im März 2025 eingereicht und im September 2026 veröffentlicht.
Obwohl eine solche Technik auch bei PlayStation-Konsolen eingesetzt werden könnte, beschränkt sich das Patent nicht auf Gaming-Hardware. Das System ist grundsätzlich für unterschiedliche Geräte aus Sonys Produktportfolio vorgesehen. Dazu könnten neben PlayStation-Konsolen beispielsweise Fernseher, Smartphones, Headsets und weitere Unterhaltungselektronik gehören. Die Geräte würden dafür kontinuierlich mit einem Cloud-System kommunizieren. Auffälligkeiten oder Softwareprobleme könnten dadurch erkannt werden, bevor der Nutzer selbst tätig werden muss. Im Idealfall könnte ein Fehler damit behoben werden, bevor überhaupt eine Fehlermeldung angezeigt oder der Kundendienst kontaktiert werden muss.
Besonders interessant ist die vorgesehene Automatisierung der eigentlichen Reparatur. Erkennt das System ein Problem, soll eine entsprechende Entscheidungskomponente bestimmen können, welche Maßnahmen erforderlich sind. Ein KI-Agent könnte anschließend den benötigten Code für die Fehlerbehebung erstellen. Die entsprechende Softwarekorrektur würde danach an das Gerät übertragen. Damit könnte Sony einen Teil der klassischen Support-Prozesse automatisieren. Nutzer müssten bei bestimmten Softwareproblemen beispielsweise kein Support-Ticket mehr erstellen oder selbst nach einer Lösung suchen.
Eine vollständig automatisierte Fehlerbehebung stellt allerdings zusätzliche Anforderungen an die Sicherheit des Systems. Patentlyze weist in seiner Analyse darauf hin, dass entsprechende Schutzmechanismen notwendig wären, damit aus einem kleinen Softwareproblem durch eine fehlerhafte automatische Reparatur kein größeres Problem entsteht. Gerade wenn von einer KI erzeugter Code ohne menschliche Prüfung auf einem Gerät ausgeführt wird, müsste sichergestellt werden, dass die Korrektur keine anderen Funktionen beeinträchtigt. Wie Sony solche Risiken konkret absichern würde, lässt sich aus den bislang vorliegenden Informationen nicht entnehmen.
Ob Sony die beschriebene Technik tatsächlich in dieser Form einsetzen wird, ist derzeit vollkommen offen. Bei einem Patent handelt es sich zunächst um den Schutz einer technischen Idee und nicht um die Ankündigung eines kommenden Produkts oder Features. Entsprechend gibt es derzeit keine Bestätigung, dass PS5-Konsolen künftig automatisch von einer KI erstellte Patches erhalten werden. Auch einen möglichen Einführungstermin nennt Sony nicht. Das Patent zeigt zunächst lediglich, dass sich das Unternehmen mit einem System beschäftigt, bei dem Diagnose und Software-Reparatur weitgehend automatisiert werden könnten.

