Knapp zwei Monate vor der Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI hat Rockstar Games neue Richtlinien für Mods veröffentlicht. Darin legt das Unternehmen genauer fest, welche Veränderungen seiner Spiele erlaubt sind und wo für Modder Grenzen gelten.
Die Vorgaben betreffen dabei nicht ausschließlich GTA 6, sondern grundsätzlich Mods und von Spielern erstellte Inhalte rund um die Spiele von Rockstar Games. Unterteilt werden die Regeln in vier Bereiche: den respektvollen Umgang mit den Spielen, den Schutz geistigen Eigentums, Regeln für die Creator-Community und Vorgaben zur Monetarisierung.
Unter dem Punkt „Respect Our Games“ fordert Rockstar unter anderem dazu auf, etablierte Handlungen, Missionen, Charaktere und andere Bestandteile der offiziellen Kontinuität nicht zu verändern. Auch Inhalte unterschiedlicher Rockstar-Spiele sollen nicht miteinander kombiniert werden. Maps, Schauplätze, Charaktere, Geschichten oder andere Assets aus einem Titel dürfen demnach nicht einfach in ein anderes Rockstar-Spiel übertragen werden. Ebenfalls eingeschränkt wird das Modding von Multiplayer-Inhalten. Dafür sollen ausschließlich die offiziell lizenzierte Creator Platform von Rockstar Games oder andere von Rockstar genehmigte Plattformen verwendet werden. Darüber hinaus untersagt Rockstar Veränderungen, durch die ein Spiel auf Konsolen oder anderen Geräten läuft, für die es vom Unternehmen nicht vorgesehen wurde.
Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit geistigem Eigentum. Cheat-Menüs und andere Software, die offizielle Multiplayer-Dienste oder lizenzierte Creator-Plattformen beeinträchtigen können, sind nicht gestattet. Modder dürfen außerdem keine Rockstar-Logos oder andere geschützte Elemente so verwenden, dass der Eindruck entsteht, ein Projekt sei offiziell mit Rockstar Games verbunden. Auch urheberrechtlich geschützte Inhalte anderer Rechteinhaber dürfen nicht ohne entsprechende Erlaubnis eingebunden werden. Besonders erwähnt werden zudem Sprachaufnahmen aus den Spielen. Diese sollen nicht verändert oder für eigene Mods wiederverwendet werden.
Die Richtlinien enthalten außerdem Vorgaben für die Inhalte selbst. Nicht erlaubt sind unter anderem pornografische Inhalte sowie Mods, die gewalttätigen Extremismus unterstützen, Selbstverletzung fördern, andere Spieler körperlich bedrohen oder eine Gefahr für Minderjährige darstellen. Auch Missbrauch, Mobbing, Bedrohungen und Belästigungen werden ausdrücklich ausgeschlossen. Eine weitere Einschränkung betrifft Rollenspiel- und Simulationsinhalte. Rockstar untersagt Mods, die Konflikt-Rollenspiele oder militärische Simulationen mit real existierenden bewaffneten Organisationen darstellen oder fördern.
Klare Vorgaben gibt es auch bei der Monetarisierung. Wer mit eigenen Inhalten Geld verdienen möchte, soll dafür von Rockstar genehmigte digitale Anbieter verwenden und die geltenden Regeln und Gesetze einhalten. Nicht gestattet sind Glücksspiel mit echtem Geld, Lootboxen und Gacha-Mechaniken. Auch Kryptowährungen und Krypto-Assets wie NFTs, Token, Memecoins oder Stablecoins dürfen weder eingesetzt noch beworben werden. Darüber hinaus verbietet Rockstar Werbung, Produktplatzierungen und gesponserte Inhalte durch Drittanbieter. Modder dürfen außerdem keinen kostenpflichtigen Zugang zu Inhalten anbieten, die ursprünglich von Rockstar erstellt wurden. Dazu gehören beispielsweise Assets, Missionen und DLC-Inhalte.
Die Veröffentlichung der Richtlinien erfolgt nur wenige Wochen vor dem geplanten Start von GTA 6 am 19. November 2026. Rockstar nennt das kommende Spiel in den beschriebenen Regeln allerdings nicht als besonderen Anlass für die neuen Vorgaben. Daher lässt sich daraus derzeit auch nicht ableiten, in welchem Umfang GTA 6 selbst Mods unterstützen wird. Ebenso ist noch offen, welche Möglichkeiten PC-Spieler langfristig erhalten werden. Die neuen Richtlinien zeigen jedoch bereits, unter welchen grundsätzlichen Bedingungen Rockstar künftig von Spielern erstellte Inhalte innerhalb seines Spieleportfolios akzeptieren möchte.

