Mit einem Werbebeitrag für einen Plattenspieler hat Sony unerwartet eine Diskussion unter Spielern ausgelöst. Während das Unternehmen in der Musiksparte die Vorzüge physischer Medien hervorhebt, erinnert ein Teil der Community an Sonys Entscheidung, ab 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen.
Auf seinen Social-Media-Kanälen bewarb Sony Electronics den LX3 Turntable, einen Plattenspieler, der bereits Anfang des Jahres vorgestellt und im April veröffentlicht wurde. In dem Beitrag wirbt das Unternehmen damit, Musik so zu genießen, „wie sie gehört werden sollte“, und hebt damit die Vorzüge des physischen Mediums Vinyl hervor. Genau diese Botschaft sorgte jedoch bei einigen Spielern für Unverständnis.
Rediscover the warmth, detail, and ritual of vinyl with the LX3 Turntable. Drop the needle, press play, and enjoy music the way it was meant to be heard. Time to upgrade: https://t.co/kkSP2R2eKj pic.twitter.com/HESluTGSgw
— Sony Electronics (@SonyElectronics) July 26, 2026
In den Kommentaren und auf sozialen Netzwerken warfen zahlreiche Nutzer Sony Widersprüchlichkeit vor. Während physische Tonträger aktiv beworben würden, verabschiede sich das Unternehmen gleichzeitig bei PlayStation-Spielen von Discs. Einige Spieler bezeichneten die Werbung deshalb als unpassend und verwiesen darauf, dass physische Spiele für viele Käufer weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sei es für Sammler, den Wiederverkauf oder den langfristigen Erhalt von Spielen.
Somebody tell the guys at @PlayStation. Apparently, physical media is worth supporting even if it is a small niche. PS games are much bigger than vinyl. Yet for some reason, they feel the need to kill gaming culture for profit. Shame!
— Does it play? (@DoesItPlay1) July 26, 2026
Unabhängig von der Kritik befindet sich der Vinylmarkt seit mehreren Jahren wieder im Aufschwung. Nach Angaben der Recording Industry Association of America (RIAA) überschritten die Umsätze mit Schallplatten im Jahr 2025 erstmals in diesem Jahrhundert die Marke von 1 Milliarde US-Dollar.
Bei Videospielen entwickelt sich der Markt dagegen in die entgegengesetzte Richtung. Im Geschäftsjahr 2025 wurden rund 70 Millionen PlayStation-Spiel-Discs ausgeliefert. Das entsprach etwa 22 Prozent aller Verkäufe von PlayStation-4- und PlayStation-5-Spielen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl jedoch um rund 4 Prozent zurück und liegt deutlich unter den Höchstwerten aus den Jahren 2008 und 2009.
Die Reaktionen auf den Werbebeitrag zeigen, dass das Thema physische Datenträger die Gaming-Community weiterhin beschäftigt. Nachdem Sony das Ende neuer PlayStation-Discs ab 2028 angekündigt hatte, haben sich bereits mehrere Vertreter der Branche, darunter Ubisoft, SEGA und Rockstar-Mitgründer Dan Houser, zu den Vor- und Nachteilen digitaler und physischer Spiele geäußert.
Ob sich physische Spiele langfristig ähnlich behaupten können wie Schallplatten im Musikmarkt, bleibt abzuwarten.

