Bei Xbox könnten bereits im Juli umfangreiche Stellenstreichungen anstehen. Das berichtet Bloomberg-Journalist Jason Schreier unter Berufung auf interne Informationen. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, ist derzeit noch unklar.
Dem Bericht zufolge sollen die Maßnahmen nach dem Ende des aktuellen Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni umgesetzt werden. Neben möglichen Entlassungen plant Xbox offenbar auch deutliche Kürzungen bei Marketingbudgets und weiteren Unternehmensbereichen.
Auslöser für die Diskussionen ist ein internes Schreiben von Xbox-Chefin Asha Sharma und Xbox-Manager Matt Booty an die Belegschaft. Darin wird unter anderem auf wirtschaftliche Herausforderungen und strukturelle Probleme innerhalb des Unternehmens eingegangen. Laut dem Schreiben liegt die sogenannte „Accountability Margin“, ein interner Indikator für die Profitabilität, aktuell bei rund drei Prozent. Gleichzeitig habe Xbox in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattformen und Hardware investiert, während die jährlichen Einnahmen um fast 500 Millionen US-Dollar zurückgegangen seien. Sharma betont in dem Schreiben, dass dieses Modell langfristig nicht fortgeführt werden könne.
Ein weiterer Schwerpunkt des internen Memos sind die stark gestiegenen Hardwarekosten. Insbesondere Speicherbausteine und Arbeitsspeicher hätten sich in den vergangenen Jahren erheblich verteuert. Nach Angaben von Sharma zahlt Xbox mittlerweile ein Vielfaches der Preise, die noch vor wenigen Jahren für diese Komponenten fällig waren. Die Situation erschwere die Produktion neuer Konsolen und zwinge das Unternehmen dazu, über neue Geschäftsmodelle und Partnerschaften nachzudenken.
Im Schreiben wird außerdem eingeräumt, dass Xbox sein Studio-Netzwerk in den vergangenen Jahren stark ausgebaut habe, um verschiedene Strategien rund um Konsolen, Game Pass, Streaming und weitere Plattformen gleichzeitig zu bedienen. Nun wolle das Unternehmen prüfen, wie Ressourcen künftig effizienter eingesetzt werden können. Dabei soll insbesondere das Verhältnis zwischen exklusiven Spielen, neuen Marken und bestehenden Franchises neu bewertet werden.
Trotz der Herausforderungen betont die Xbox-Führung, dass First-Party-Spiele weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollen. Im Schreiben werden unter anderem Gears of War: E-Day sowie Clockwork Revolution als Beispiele für kommende Exklusivtitel genannt. Darüber hinaus kündigt Xbox an, die technische Infrastruktur des Unternehmens modernisieren und Prozesse vereinfachen zu wollen, um künftig schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Ob und in welchem Umfang es tatsächlich zu Entlassungen kommt, wurde von Microsoft bislang nicht offiziell bestätigt.

