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Mistfall Hunter – Extraktionsshooter trifft Rollenspiel

Mistfall Hunter – Review (PC)

by Fabian Kloster
20. August 2026
in Games Review, Review

Extraktionsshooter gibt es inzwischen zuhauf. Damals war Escape from Tarkov noch der Türöffner und Jahrelang unangefochten an der Spitze des Genres. Doch im Laufe der letzten Jahre haben sich immer mehr Shooter mit Extraktions-Mechanik einen Namen gemacht, wie zum Beispiel ARC Raiders oder auch Hunt: Showdown. Gerade letzteres bietet eine ähnlich düstere Atmosphäre wie das kürzlich erschienene Mistfall Hunter. Im Vergleich zu anderen Extraktionsspielen lassen uns Bellring Games und Skystone Games aber weniger mit Blei durch die Gegend schießen, sondern vermischen dieses Spielprinzip mit einem Rollenspiel. Und wie gut das funktioniert, haben wir uns mal auf dem PC genauer angeschaut.

Gefallene Götter

Die Hintergrundgeschichte hatte ich ja vor einiger Zeit schon in meiner Preview zum Spiel erläutert. In der düsteren Fantasy Welt von Mistfall Hunter sind nämlich die Götter gefallen und die Welt wurde vom Gyldennebel bedeckt. In dieser trostlosen Welt lauern vor allem korrodierte Kreaturen. Allerdings gibt es auch einen Hoffnungsschimmer: die Gyldenjäger.

In unserem Falle sind wir aber nicht einfach über Nacht zu einem solchen geworden. Der Umstand ist nämlich genauso tragisch, wie der derzeitige Zustand der Spielwelt. Wir sind nämlich eigentlich längst tot. Ein geheimnisvolles Mädchen namens Tau erweckt uns allerdings wieder zum Leben, um einerseits Jagd auf das Gyldenblod der Welt zu machen und andererseits mit diesem Blod das Netz des Schicksals wiederherzustellen.

Das Klassensystem

Wer schon das ein oder andere Rollenspiel gespielt hat, der wird sicherlich auch schon mal über ein Klassensystem für das Abenteuer gestolpert sein. Und auch Mistfall Hunter bietet uns gleich sechs unterschiedliche Klassen zur Rettung der Welt. Da wäre zum Beispiel der Söldner, welcher mit Schwert und Schild oder großem Hammer auf die Jagd geht. Ebenfalls mit Schild unterwegs, aber Schwert gegen Speer tauschend, ist auch die Klasse der Exilritter. Wer jedoch gerne mit großen Waffen hantiert, kann alternativ den Ritter mit dem Großschwert spielen. Der Wechsel lässt sich dabei flüssig in das Gameplay einbauen.

Wer jetzt nicht unbedingt auf direkten Konfrontationskurs mit den Kreaturen oder anderen Jägern gehen möchte, der kann auch den Magier oder den Seher spielen. Beide arbeiten zwar auf dem Schlachtfeld mit Magie, nutzen diese aber zu unterschiedlichen Zwecken. Während der Seher nämlich mehr darauf Bedacht ist seine Kameraden zu Heilen, sorgt der Magier mit seiner arkanen Energie mehr für Zerstörung von Feinden oder agiert als Schutzschild für Kameraden.

Abgerundet wird das Klassensystem final dann noch von den Schwarzpfeilen und den Schattenstrix. Bei beiden lässt sich ähnlich wie beim Magier schon leicht erahnen, wozu diese gedacht sind. Während die Schwarzpfeile mit Bogen bewaffnet als Späher und Scharfschützen dem Team aus der Ferne helfen, sind die Schattenstrix mehr auf Heimlichkeit und Meuchelei aus. Nicht umsonst können sie sich nämlich mit einer Fähigkeit unsichtbar machen.

Zwei Dinge möchte ich aber noch erwähnen, bevor wir gleich vom Gameplay sprechen. Zum einen meine persönliche Wahl in Puncto Klassen. Gestartet habe ich nämlich mit dem Exilritter und diesen auch in etlichen Erkundungen genutzt. Irgendwann war ich aber wenig davon begeistert, wie viel Schaden ich von stärkeren Gegnern im Kampf einstecken musste. Daher habe ich dann auf die Söldner-Klasse gewechselt. Dieser Wechsel hat mich alleine schon durch die Möglichkeit des Parrierens und den schnelleren Bewegungen dann final meine Klasse finden lassen.

Der andere Punkt ist auch die Liebe, die uns Bellring Games schon direkt zu Beginn für ihr Spiel präsentiert. Im Klassenwahl Menü sind nämlich die männlichen und weiblichen Charaktere schon liebevoll ausgestellt worden und lassen sich danach sogar im Editor nochmal an den eigenen Geschmack anpassen.

Der Probelauf

Um uns dann auf die Erkundung der düsteren Fantasy Welt vorzubereiten, schicken uns die Entwickler direkt mal in ein kleines Tutorial. Neben der grundlegenden Steuerung lernen wir hier auch schon andere wichtige Aspekte des Extraktionsspiels kennen. So zum Beispiel das Looten. Jeder Feind den wir umknüppeln hinterlässt uns nämlich ein bisschen Beute. Die Beute ist dabei nicht nur farblich in unterschiedlichen Wertungen sofort ersichtlich, sondern lässt sich auch direkt mit einem exakten Wert beziffern.

Bei der Erkundung landet dabei natürlich alles in unserem Matchinventar. Und hier werden direkt klare Grenzen gezogen. Unser Inventar besteht nämlich aus der Vorratstasche, taktischen Gegenständen, dem Standard-Inventar, dem Inventar für Matchgegenstände, dem Schlüsselbund, Pips Beutel, dem Ausrüstungszentrum und einem Platz für Gyldenblod. Keine Sorge, wir kommen direkt zur Erklärung des Wirrwarrs.

Die Vorratstasche bietet acht Plätze und ist ausschliesslich für Heilelixiere, Wurfobjekte und Fallen gedacht. Taktische Gegenstände lassen uns temporär neue taktische Möglichkeiten beim Erkunden probieren. Zum Beispiel indem wir schneller Tore öffnen können oder uns in Objekte in der Umgebung verwandeln können. Diese Gegenstände sind auf zwei Plätze begrenzt. Unser normales Inventar lässt uns in 18 Plätzen sämtliche Gegenstände mitnehmen. Ausserdem gibt es mit dem Inventar für Matchgegenstände sechs exklusive Plätze für Gegenstände, die wir beispielweise für Quests benötigen.

Am Schlüsselbund können bis zu vier Schlüssel für entsprechende Truhen angebracht werden. Der besondere Twist: der Schlüsselbund kann einerseits beim Tod im Match nicht verloren gehen und kann andererseits ausschliesslich im Lager angepasst werden. Finden wir beim Erkunden einen Schlüssel, kann dieser nicht sofort in den Bund gelegt werden. Ausserdem kommt beim Schlüsselbund erstmals das saisonale Zurücksetzen zum Einsatz. Wenn eine Saison nämlich zu Ende ist, werden die Gegenstände im Bund automatisch entfernt.

Davon ebenfalls betroffen ist auch Pips Beutel. Dieser wird ebenfalls am Ende einer Saison zurückgesetzt, schützt allerdings wie der Schlüsselbund auch den darin gelagerten Gegenstand vor dem Verlust beim Sterben im Match. Auch Pips Beutel hat einen besonderen Clou: Der Beutel hat ein gewisses Wertlimit für gelagerte Gegenstände, ist nur für Materialien, Vorräte und Schlüssel und hat im Normalfall nur Platz für einen Gegenstand. Allerdings findet man auch hin und wieder Gutscheine oder andere Möglichkeiten, temporär bessere Beutel mit mehr Platz und höherem Wertlimit zu bekommen.

Ebenfalls Teil des Inventars ist auch das Ausrüstungszentrum. Dieses bietet neben zwei Plätzen für Waffen auch weitere Plätze für Rüstungsteile wie Helme, Körperpanzerung, Armschienen, Hosen und Beinschienen aber auch Talismane und Ringe. Abgerundet wird das Inventar noch von einem speziellen Platz für gelootetes Gyldenblod. Dieses ist zwar Standardmässig auf 300 begrenzt, lässt sich aber im Verlauf des Spiels im Lager aufstocken. Wie das geht, schauen wir uns am Ende nochmal an wenn wir über das Lager sprechen.

Welt voller Gefahren

Bevor wir uns auf Erkundung begeben, stossen wir schon auf die ersten Kritikpunkte zu Mistfall Hunter. Mit dem „Heiligen Hein“ und der „Brandrgarde“ stehen uns nämlich derzeit gerade einmal zwei Karten zur Erkundung bereit. Das ist ja schon mal nicht gerade viel. Und es kommt noch schlimmer. Denn das Spiel bietet beim „Heiligen Hein“ zum Beispiel die Möglichkeit im Solo- oder Trio-Modus zu spielen. Das Gute daran: es gibt dedizierte Server für den Solo-Modus. Weniger gut ist aber, dass dieser Modus nicht für die zweite Karte wählbar ist. Das hat mich zum Beispiel eine ganze Weile von der zweiten Karte ferngehalten. Zu Gute halten möchte ich dem Spiel jedoch die Funktion, die Lobby entsprechend mit zufälligen Spielern aufzustocken. Ob diese dann aber auch am gemeinsamen Spielen interessiert sind oder doch lieber den Nomaden mimen, steht auf einem anderen Blatt.

Stürzen wir uns unabhängig von der Karte und dem Modus ins Abenteuer, wartet eine Welt voller Gefahren auf uns. Neben normalen korrodierten Kreaturen warten auch kleinere und grössere Bosse nur darauf, unsere Visage neu auszurichten. Und dann gibt es da ja auch noch die anderen Gyldenjäger. Zwar lassen sich keine Gegner mit einem simplen Knopf fest anvisieren, allerdings macht das Kämpfen und Taktieren gegen die Kreaturen und andere Jäger gleichermaßen trotzdem richtig Laune. Haben wir einen Jäger einer anderen Klasse besiegt können wir zwar seine Ausrüstung nicht einfach spielen, allerdings können wir diese dann im Auktionshaus oft gewinnbringend verkaufen.

Eigentlich muss man sogar einen Blick auf die eigene Ausrüstung haben, denn Mistfall Hunter arbeitet mit einem Haltbarkeitssystem, ähnlich wie Escape from Tarkov. „Eigentlich“ deswegen in Anführungsstrichen, weil ich in all meinen bisherigen Stunden nie an den Punkt kam, meine Waffe oder Rüstung in einem völlig zerstörtem Zustand vorzufinden. Wenn es allerdings mal dazu kommt, kann der Schmied im Lager alles wieder richten.

Wer sich im Zweikampf beim Erkunden wiederfindet, wird auch den ein oder anderen Schlag einstecken müssen. Hier kommen zwei verschiedene Heileffekte ins Spiel. Entweder kann man sich nämlich über Elixiere heilen, die man in der Welt zuhauf finden kann. Das Problem daran: der Heileffekt tritt nicht sofort in Kraft, sondern stellt über eine gewisse Zeit eine gewisse Menge an Leben wieder her. Für die schnelle Heilung müssen wir uns einen Schluck vom Quellhorn genehmigen. Zwar heilt das Horn eine gewisse Menge an Leben mit sofortiger Wirkung, steht uns in der Erkundung allerdings nur drei Mal zur Verfügung. Also sei gut überlegt, welche Heilung wir gerade benutzen wollen, um zu Überleben.

Stichwort Überleben: nicht nur die Kreaturen und Jäger trachten nach unserem Leben. Auch der Gyldennebel möchte uns an den Kragen. Dieser setzt nach einer gewissen Zeit ein und kann auch zum Ableben führen, wenn wir nicht schnell genug extrahieren. Um dies zu verhindern, präsentiert sich die Funktion der Karte als unser bester Freund im Match. Nicht nur sehen wir dort wie lange wir noch vor dem Nebel sicher sind, sondern auch wo wir auf der Karte Bosse, Quests, wertvolle Lootboxen und Glocken der Rückkehr finden.

Glocken der Rückkehr sind die beste Methode um sicher mit einer Menge Loot ins Lager zurückzukehren. Diese Glocke lässt in der Nähe nach ein paar Sekunden einen Waldwicht erscheinen, welchen wir fix umhauen müssen, um dann die Glocke zu läuten und zu extrahieren. Problematisch wird es jedoch dann, wenn sich ein anderer Spieler oder Team in der Nähe befindet. Denn jeder Waldwicht steht immer nur einem Spieler oder Team zur Verfügung. Natürlich kann nach einer kurzen Abklingzeit ein weiterer Wicht beschworen werden, aber meistens kommt es immer zu hitzigen Gefechten.

Die andere Methode zur sicheren Rückkehr sind bestimmte Händler auf der Karte, welche die gleiche Markierung zur Extraktion haben. Problem bei dieser Methode ist jedoch, dass man nur vier Gegenstände aus seinem Inventar mit raus nehmen kann. Der Rest geht wie beim Tod verloren.

Fertigkeiten & Talente

Auf unseren Raubzügen stehen uns neben Waffen auch Fertigkeiten und Talente zum Kämpfen zur Verfügung. Im Falle der allgemeinen Fertigkeiten sind diese Universal und auch automatisch in allen Klassen ausgerüstet (so zum Beispiel das Quellhorn). Spezifischer wird es dann bei Basis und Waffenfertigkeiten für die unterschiedlichen Klassen. Diese gewähren nämlich abhängig vom Spielerlevel neue Spezialbewegungen.

Während sich Fertigkeiten automatisch mit dem Leveln des Charakters freischalten, bekommen wir hin und wieder den Segen von Tau nach einer Erkundung. Mit dem Segen schalten wir nicht nur neue passive Verstärkungen bei den verschiedenen Waffen frei, sondern können ab und zu auch Talentpunkte dabei erhalten, mit denen dann diese Verstärkungen aktiviert werden können.

Heisst im Klartext: Fertigkeiten und Talente werden zwar automatisch im Laufe der Zeit freigeschaltet, müssen aber entweder durch Talentpunkte manuell aktiviert werden oder im Falle der Fertigkeiten noch extra zugewiesen werden. Während die Anzahl an Talentpunkten die aktiven Talente begrenzt, können wir bei den Fertigkeiten immer nur zwei Spezialbewegungen aktiv zuweisen.

Ein Lager voller Verbündeter

Als letzten grossen Abschnitt müssen wir natürlich auch noch über unseren sicheren Rückzugsort sprechen: das Lager. Denn hier warten zwischen unseren Erkundungen weitaus mehr als nur ein paar kleine Features. Fangen wir erstmal mit den NPCs im Lager an. Natürlich finden wir allem voran das geheimnisvolle Mädchen Tau in unserem Lager. Tau führt uns mit zahlreichen Quests durch das Spiel hindurch und ist unsere zentrale Anlaufstelle.

Und wenn wir schon von Quests sprechen: in Mistfall Hunter warten zahlreiche Quests auf uns, welche uns mal auf eine Erforschungsmission schicken, mal müssen wir Verstorbenen die letzte Ehre erweisen oder auch eine Familie wieder zusammenführen. Einen guten Überblick über die gesamte Questreihe gibt uns auch der Questlog. Hier lässt sich nicht nur schon ein kleiner Blick auf kommende Quests erhaschen, sondern auch bereits abgeschlossene Quests samt Belohnung und entsprechende Folgequests sind sofort einsehbar.

Ebenfalls als NPC im Lager verortet ist auch die Dame Sigrid. Wenn sie uns nicht gerade eine neue Quest gibt, erweist sich Sigrid als nützliche Verbündete. Von ihr können wir nämlich vor jeder Erkundung einen kostenlosen Siegeswein gebraut bekommen, welcher uns frei wählbare Verstärkungen gewährt. Am Anfang können wir zwar nur zwei Verstärkungen wählen, doch mit dem Aufwerten der Taverne kommen neue Gebräue mit entsprechenden zusätzlichen Plätzen dazu.

Verstärkungen für unsere Ausrüstung kann uns dagegen der Schmied Dramm verschaffen. Nicht nur lassen sich nämlich Rüstungen und Waffen dort schmieden und reparieren, sondern sie lassen sich auch mit Affix Edelsteinen versehen. Diese verschaffen uns zusätzliche Effekte wie beispielweise mehr Schutz vor feindlichen Angriffen. Unterteilt sind diese Steine in vier verschiedenen Farben. Das hat natürlich zur Folge, dass bei festgelegten Farben in Rüstungen und Waffen nur entsprechende Steine eingesetzt werden können – zumindest wenn diese nicht farblos und somit frei belegbar sind.

Wer uns ebenfalls mit manchen Quests versorgt, ist der Händler Cazarro. Dieser führt aber auch den ein oder anderen Laden für bestimmte Waren. Wenn wir den Laden aufwerten, lassen sich im Laufe der Zeit neben dem Standardladen auch der Premiumladen, der Laden für taktische Gegenstände und der Geheimladen freischalten.

Der letzte Questgeber in unserem Lager ist Pip. Pip leitet darüber hinaus aber auch ein Auktionshaus, in dem wir sämtliche Gegenstände für andere Spieler zum Kauf anbieten können, welche wir nicht mehr wollen. Hier haben die Entwickler auch mitgedacht und eine kleine Funktion eingebaut, bei der wir Ausrüstung mit Affixen bei Bedarf mit wenigen Klicks voneinander trennen können.

Weitere Vorzüge

Zwar endet hier erstmal die Liste an Questgebern in unserem Lager, die Liste mit weiteren Möglichkeiten ist aber noch lange nicht am Ende. Um nicht noch weiter auszuschweifen (als wäre der Zug nicht eh schon längst abgefahren) fasse ich mich bei einigen der Features ein wenig kürzer. So haben wir mit der Krähe Soekja zum Beispiel eine Postfach-Option. Einen Wachturm, welcher beim Aufwerten einige Belohnungen freischaltet wie beispielweise neue Gesten. Ein Sammlungspodest für besondere Trophäen. Die Statue der Göttin, welche uns Sternensilber veredeln lässt, um in einem Kuriositätenladen besondere Gegenstände erwerben zu können.

Dann wäre da noch der Plünderertrupp. Das diebische Duo lässt sich auf Raubzüge schicken um uns sichere Beute zu bringen. Dafür können wir sie in verschiedene Zonen entsenden, welche entsprechende Belohnungen bringen können. Mit verschiedenen Strategien kann sich zudem der Wert der Gegenstände verbessern. Die sicherste Strategie bringt zwar den schnellsten Erfolg und ist kostenlos, allerdings ist auch der Loot ziemlich gewöhnlich. Aber daraus lassen sich hin und wieder auch Kampftaschen gewinnen, zu denen wir noch kommen. Für riskantere Strategien und besseren Loot benötigen wir bestimmte Ressourcen.

Und wo wir gerade schon die Kampftaschen angesprochen haben: diese lassen sich im Camplager finden. Dort können wir nicht nur über die Lagerbox unseren Loot sortieren oder unseren Jäger für die nächste Erkundung anpassen, sondern finden auch die kostenlosen Kampftaschen. Diese sind in vier verschiedenwertige Kategorien unterteilt und gewähren uns kostenlos für die nächste Erkundung eine festgelegte Ausrüstung. Schaffen wir es mit dieser Ausrüstung erfolgreich zu extrahieren, gehört der ganze Loot uns. Was daran cool ist, ist auch die Auswahl aus drei verschiedenen Zubehörsets pro Tasche. Anhand der Kennzeichnung lässt sich sofort sehen, ob sich die Ausrüstung eher für den Kampf gegen die Kreaturen eignet, andere Jäger oder aber eine gesunde Mischung aus beidem ist.

Hier eignet sich vor allem auch das Übungsgelände sehr gut. Dort lassen sich nämlich nicht nur die Kernelemente des Gameplays in entspannter Umgebung üben, sondern es lassen sich auch verschiedene Builds ausprobieren. Und mit weiteren Einstellungen für das Gelände lassen sich sogar andere Jäger samt unterschiedlicher Ausrüstung simulieren. Hier lässt sich also auch entspannt mal eine neue Klasse testen, ein Feature zu dem wir im folgenden Abschnitt kommen.

Eingangs erwähnte ich ja bereits die verschiedenen Klassen in Mistfall Hunter. Wir können bis zu drei Spielstände anlegen und andere Charaktere probieren. Allerdings lässt sich der Charakter auch in einem Spielstand selbst beliebig wechseln, wenn auch mit Einschränkungen. Wechseln wir die Klasse startet ein Timer, in dem wir innerhalb der angegebenen Zeit kostenlos wieder auf unsere alte Klasse wechseln können. Ist der Timer abgelaufen kostet der Wechsel Gyldenblod.

Um unseren Charakter individuell zu gestalten lassen sich das Einkaufszentrum und die Garderobe gut nutzen. Hier gibt es neue Skins, Gesten und mehr. Zwar lassen sich diese teilweise auch über Verträge freischalten, man kann allerdings auch Echtgeld ins Spiel investieren. Wem jetzt beim Thema Mikrotransaktionen schon die Haare zu Berge stehen kann sich aber direkt wieder beruhigen: die In-Game-Käufe sind rein optischer Natur und haben keinen Einfluss auf das Gameplay. Dass das Studio auf Pay-2-Win-Konzepte verzichtet spiegelt sich auch darin wieder, dass die gekauften Skins lediglich für einen selbst und Teammitglieder sichtbar sind. Auf dem Schlachtfeld sehen die Jäger immer gleich aus.

Bevor wir zum letzten und mit wichtigsten Feature im Lager kommen, gibt es noch eine Sache vorweg zu erwähnen. In Mistfall Hunter finden immer wieder saisonale Events statt. Dabei kämpfen alle Jäger für ein gemeinsames Ziel. Welches Event gerade ansteht lässt sich im Event-Bereich im Lager gut erkennen.

Das Reservoir

In meiner Review habt ihr immer wieder gelesen, das sich manche Sachen aufwerten lassen. Also wird es Zeit, dass wir mal über das Gyldenblod-Reservoir reden. Mit diesem Feature lassen sich zehn Lagerorte aufwerten und bieten uns so neue Möglichkeiten. Aufwerten lassen sich die Statue der Göttin, das Lager, der Laden, das Auktionshaus, die Taverne, die Werkstatt, der Plünderertrupp, das Sammlungspodest, der Seelenfangbaum und natürlich auch das Reservoir selbst. Der Effekt der Aufwertung lässt sich sogar mit wenigen Klicks bis in die letzte Stufe vorab ansehen. Zur Aufwertung kann zum Beispiel gehören bessere Getränke mit mehr Effektplätzen zu brauen, bessere Ausrüstung herstellen zu lassen, mehr Plätze im Auktionshaus zu bekommen, mehr Heilung vom Quellhorn zu bekommen oder auch neue Läden freizuschalten.

Natürlich kriegen wir diese Aufwertungen nicht einfach hinterhergeschmissen. Wenn wir etwas aufwerten wollen, brauchen wir dazu bestimmte Ressourcen. Hier kommen jetzt zwei clevere Features ins Spiel. Zum einen lassen sich die nötigen Ressourcen ähnlich wie beim Plünderertrupp einfach im Auktionshaus sofort kaufen. Oder aber wir markieren uns die nötigen mit einem Mausklick. Der Vorteil beim Markieren: sind wir in einem Match und stolpern über eines dieser Ressourcen, können wir anhand der Markierung sofort sehen, dass wir diese Ressource dringend mitnehmen und im Zweifel etwas anderes dafür opfern sollten.

Eine kurze Info noch zum Seelenfangbaum, weil dieser gerade das erste Mal aufgetaucht ist: mit diesem Feature lässt sich passiv ziemlich gut Blod farmen, daher sollte man schon ein Auge darauf haben.

Das Gute und Schlechte

Wer wirklich bis hier hin alles gelesen hat vor dem ziehe ich meinen Hut. Denn meine Review fällt ja nicht wirklich in die Kategorie „Kurzgefasst“, sondern gibt schon einen sehr detaillierten Einblick in Mistfall Hunter – aber so schreibe ich nun mal gerne meine Reviews. Dazu gehört aber auch das wir über gute und schlechte Eigenschaften eines Spiels reden. Vieles davon hat sich ja schon an der ein oder anderen Stelle herauslesen lassen. Für alles andere ist der letzte Themenblock hier gedacht.

Während die guten Eigenschaften fast alle schon im Roman oben aufgetaucht sind, gibt es aber noch zwei positive Aspekte an Mistfall Hunter. Ein Punkt der bisher nicht erwähnt wurde, ist der Sound des Spiels. Die Schritte von feindlichen Jägern lassen sich nämlich in den meisten Fällen ziemlich gut hören. Einzige Ausnahme bildet wohl die heimlich agierende Schattenstrix-Klasse. Diese kann sich ja sogar unsichtbar machen. Allerdings lässt sich bei aktiver Fähigkeit anhand des eigenen Herzschlags relativ gut einschätzen, wie nah der Meuchler gerade an einem dran ist.

Ein weiterer positiver Aspekt ist auch der Reiter „Vorbereitungen“ im Lager. Hier lassen sich nämlich Builds als Vorlagen speichern, um diese später mit wenigen Klicks immer wieder direkt herstellen zu lassen.

Als eines der ersten negativen Auffälligkeiten möchte ich die zahlreichen Einblendungen in den ersten Erkundungen erwähnen. Gerade am Anfang gab es viel zu viele davon, welche natürlich auch extrem vom Geschehen um einen herum ablenken.

Ein weiterer und leider extrem nerviger Kritikpunkt ist das Interaktionsmenü bei NPCs. Dieses schliesst sich nämlich immer nach einer Interaktion komplett. Hab ich mich aber zum Beispiel beim Schmied in der Kategorie verklickt oder möchte mehrere Sachen machen, kann ich leider nicht einfach so ins vorherige Menü zurückkehren, ohne dass das Fenster komplett geschlossen wird. Das hat schon zum ein oder anderen Seufzer bei mir geführt.

Ebenfalls ein kleines Ärgernis ist das Fehlen eines Solo-Modus auf der Karte „Brandrgarde“. Einem Solospieler hier eine Lobby voller Teams aufzuzwingen ist schon schade, wenn man keine Lust hat mit zufälligen Spielern zusammengewürfelt zu werden.

Ich möchte an der Stelle gar nicht mal so gross über die geringe Anzahl von spielbaren Karten im Allgemeinen meckern. Ich denke da wird mit kommenden Updates nämlich noch das Arsenal aufgestockt werden. Hoffentlich passiert sowas aber auch entsprechend mit dem Spielerlevel. Bisher liegt die Obergrenze hier nämlich bei Zwölf. Das Level ist allerdings ziemlich schnell erreicht. Es hätte ja schon gereicht, wenn jedes neue Level zum Beispiel eine Kiste mit zufälligen Gegenständen als Belohnung zur Folge gehabt hätte.

Und last but not least kommen wir zum Abschluss noch zu einem der grössten Kritikpunkte: das Chatfenster im Lager. Dieses wird nämlich für ziemlich viel Unsinn missbraucht (vor allem für toxische Nachrichten oder auch Werbung). Zu Gute halte ich den Entwicklern, dass das Chaos in dem Chat durchaus im Bewusstsein des Teams ist und man schon nach entsprechenden Lösungen sucht. Eine Lösung wäre zum Beispiel, dass die Option den Chat auszublenden auch tatsächlich funktioniert. Denn obwohl ich die Option schnell deaktiviert hatte, wird das Fenster dennoch immer wieder angezeigt. Auch ein Wechsel vom Server- zum Party-Chat bringt nicht viel, da nach jedem Match wieder der Server-Chat als primärer Kanal ausgewählt wird. Hoffentlich findet sich bald eine Lösung dafür. Ansonsten bleibt nur noch das Fazit übrig.

The Review

Mistfall Hunter (PC)

Mistfall Hunter ist ein spannender Mix aus Extraktionsshooter und Rollenspiel. Der Einstieg fällt grösstenteils relativ leicht und macht von Anfang an eine Menge Spass. Egal ob man alleine oder mit Freunden gegen korrodierte Kreaturen, Bosse oder andere Spieler kämpfen möchte: Mistfall Hunter überzeugt mit gutem Gameplay und ist für Casual Gamer wie Experten gleichermassen geeignet. Mit dem Verzicht auf ein Pay-2-Win Konzept bietet man darüber hinaus eine faire Ausgangslage beim Kämpfen. Zwar hat das Spiel durchaus auch seine Schwächen, aber das Team verbessert mit zahlreichen Updates das Spielerlebnis.

PROS

  • spannende Kämpfe
  • leichte Steuerung
  • kein Pay-2-Win
  • viele Klassen zur Auswahl
  • Questlog inklusive Fortschrittsanzeige
  • Events und saisonale Aufgaben
  • wichtige Ressourcen können für das Match markiert werden
  • Builds lassen sich als Vorlagen speichern

CONS

  • viele Einblendungen in den ersten Matches
  • nicht alle Karten bieten Solo-Modus
  • Interaktionsmenü bei NPCs schliesst immer komplett
  • niedrige Charakterlevel-Obergrenze
  • Chat-Fenster lässt sich nicht permanent ausblenden
Tags: Bellring GamesMistfall HunterSkystone Games
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