Neue Informationen ehemaliger Crytek-Entwickler geben einen Einblick in die turbulente Entwicklung von Ryse: Son of Rome. Demnach musste das Team einen Großteil der ursprünglich geplanten Inhalte streichen, um den Titel rechtzeitig zum Start der Xbox One fertigzustellen.
Wie aus einem Bericht von IGN hervorgeht, bestand die veröffentlichte Version des Spiels nur aus einem Bruchteil der ursprünglichen Planung. Nach Angaben der Entwickler wurden rund zwei Drittel der vorgesehenen Inhalte gestrichen, damit Ryse: Son of Rome pünktlich als Launch-Titel der Xbox One erscheinen konnte.
Die Entwickler berichten zudem, dass das Team während der Endphase der Entwicklung erhebliche Überstunden leisten musste. Trotz der Einschränkungen sei die Stimmung damals positiv gewesen, da viele davon ausgingen, mit dem ersten Spiel den Grundstein für eine langfristige Spielereihe zu legen.
Für mögliche Fortsetzungen existierten bereits zahlreiche Konzepte. Neben dem antiken Rom wurden unter anderem ein Wikinger-Szenario sowie ein Spiel im feudalen Japan diskutiert. Gleichzeitig sollte sich die Reihe spielerisch weiterentwickeln und weniger linear ausfallen. Die Entwickler orientierten sich dabei an einem offeneren Leveldesign, ähnlich wie spätere Action-Adventures.
Auch neue Gameplay-Mechaniken befanden sich bereits in Planung. Aufgrund des knappen Entwicklungszeitraums konnten diese jedoch nicht mehr in das erste Spiel integriert werden. Dazu gehörten unter anderem Fahrzeugpassagen sowie ein Mehrspieler-Modus mit PvP-Gefechten.
Auch das Kampfsystem sollte in späteren Spielen umfangreicher ausgebaut werden. Als Beispiel nennen die Entwickler eine geplante Mission während des Aufstands von Königin Boudica in Britannien. Zwar konnten Spieler im fertigen Spiel bereits die römische Testudo-Formation nutzen, ursprünglich war jedoch vorgesehen, jederzeit aus der Formation auszubrechen, Gegner im Nahkampf zu bekämpfen und anschließend wieder in die Schildformation zurückzukehren.
Für spätere Teile waren außerdem weitere historische Kampfformationen und Militärtaktiken geplant, darunter der Parthische Schuss oder die japanische Kakuyoku-Formation.
Neben dem Gameplay sollte auch die Geschichte der Reihe weiter ausgebaut werden. Bereits im ersten Spiel tauchen mit Aquilo und Aestas zwei Figuren auf, die sich später als Götter entpuppen sollten. Laut den Entwicklern war geplant, diesen übergeordneten Handlungsstrang in zukünftigen Spielen fortzuführen und dabei verschiedene Religionen und Mythologien aufzugreifen, ohne diese zu stark in den Vordergrund zu stellen.
Aus den ambitionierten Plänen wurde letztlich nichts. Ryse: Son of Rome blieb der einzige Teil der Reihe, entwickelte sich über die Jahre jedoch zu einem Titel mit einer treuen Fangemeinde.

