Als Reaktion auf die jüngsten Entlassungswellen bei Microsoft hat Bethesda Game Studios eine umfassende Roadmap für das „Fallout“-Franchise angekündigt und damit für eine echte Überraschung gesorgt. Neben „Fallout 5” und heiß ersehnten Remastern gibt es ein Wiedersehen mit einer alten Liebe der Entwickler.
Der radikale Sparkurs der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma geht tief: Erst letzte Woche wurde bekannt, dass Microsoft rund 3.200 Stellen streicht und fünf Studios abstößt. Das erklärte Ziel der Neuausrichtung ist jedoch die Konzentration auf die absoluten Mega-Franchises des Konzerns. Genau hier setzt Bethesda nun an, um die Erwartungen der Community zu kalibrieren und gleichzeitig für ein Beben in der Gaming-Welt zu sorgen.
Ein Blick auf die Fallout-Roadmap zeigt, dass Bethesda gleich mehrere Großprojekte offiziell bestätigt hat, die sich aktuell in der Pipeline befinden. So befindet sich mit „Fallout 5“ der nächste Hauptteil der postapokalyptischen Rollenspielreihe offiziell in der Pre-Production. Zudem dürfen sich Fans auf offizielle Neuauflagen freuen, denn die legendären Vorgänger „Fallout 3“ (2008) und „Fallout: New Vegas“ (2010) erhalten entsprechende Klassiker-Remasters. Das absolute Highlight für die Community dürfte jedoch ein weiteres Vorhaben sein: Für ein komplett neues Fallout-Spiel kooperiert Bethesda wieder mit der Schwesterstudio-Schmiede Obsidian Entertainment.
Das Liebescomeback: Todd Howard schwärmt von Obsidian
Die Nachricht von der erneuten Zusammenarbeit mit Obsidian Entertainment schlägt hohe Wellen. Das Studio hatte 2010 mit Fallout: New Vegas einen absoluten Fan-Liebling abgeliefert. Im Interview mit Bloomberg News zeigte sich Franchise-Director Todd Howard begeistert.
„Wir könnten nicht aufgeregter sein, wieder mit Obsidian zusammenzuarbeiten.“
Er lobte insbesondere, dass Obsidian über Jahrzehnte hinweg einen harten Kern an Führungskräften und Entwicklern halten konnte, eine Seltenheit in der volatilen Gaming-Branche. Zu den technischen Details oder der Engine wollte er sich zwar nicht äußern, stellte jedoch klar, dass das Franchise weiterhin federführend von Bethesda und den eigenen Franchise-Teams verwaltet wird.
Ein Pflaster für die lange Wartezeit
Für die Fans gibt es allerdings einen Wermutstropfen: Bethesda nannte für keines der Projekte konkrete Release-Fenster. Da der Großteil des Studios derzeit mit Hochdruck an The Elder Scrolls VI arbeitet, dem Nachfolger des über 65 Millionen Mal verkauften Skyrim, dürfte Fallout 5 noch viele Jahre entfernt sein.
Das neue Obsidian-Projekt soll als Brücke dienen und den Hunger der Fans stillen. Der weltweite Hype wird ohnehin durch die erfolgreiche Amazon-Serie befeuert, deren dritte Staffel sich aktuell im Dreh befindet.
Die Kehrseite des Erfolgs: Entlassungen trotz Fallout-Fokus
Trotz der ambitionierten Zukunftspläne ging der Xbox-Reset auch an den Entwicklern nicht spurlos vorbei. Im Zuge der Sparmaßnahmen wurden auch bei Bethesda Dutzende Mitarbeiter entlassen, ebenso wie beim Schwesterstudio ZeniMax Online Studios (The Elder Scrolls Online). Letzteres soll künftig vermehrt mit Bethesda an der Reihe kooperieren.
Todd Howard gab zu, dass diese Einschnitte „wirklich hart“ für ihn und das Kollegium gewesen seien. Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum von Bethesda blickt er dennoch kämpferisch in die Zukunft. Er erinnert dabei an die 1990er-Jahre, als das Studio schon einmal kurz vor dem Aus stand: „Wir durchlaufen gerade eine Veränderung, um uns bestmöglich auf unsere Franchises und darauf, was wir tun müssen, um für alle abzuliefern, zu fokussieren.“

